268 Die Griechen, Macedonier und Perser von der Schlacht bei Mantinea
in der Art zu ordnen, daß er den ihm zugewandten Parteien in dendrei Staaten die Gewalt übergab.
6. Noch waren, ehe der Schlag gegen Athen geführt wurde, diethracischen Küstenstädte Perinthus und Byzanz übrig. Sie waren fürPhilipp wichtig als Mittel, Thracien, wo die einzelnen Fürsten schonin Abhängigkeit von ihm versetzt waren, zu beherrschen. Dann abersollten sie auch zum Uebergauge nach Asien dienen. Ein Angriff aufdas persische Reich gehörte zu Philipps Plänen und bildete in seinemSinne die nothwendige Ergänzung seiner Unternehmungen gegen Grie-chenland. Denn wenn auch eine eigentliche Herrschaft in Griechenland,wie er sie in Makedonien ausübtc, in seinem Plane lag, so war alsUebergang dazu ein hegemonisches Verhältniß nöthig. Dieses aberkonnte sich nur durch die Vereinigung der griechischen Kräfte für einendem Gefühle der Griechen zusagenden Zweck, wie es ein Kampf gegendie Perser war, befestigen. Doch der Angriff auf jene GrenzstädteEuropa'ö mißlang, ungeachtet großer Belagerungsanstalten, durch derentapfere Vertheidigung und durch die Unterstützung, die sie von denAthenern, den Mytilenäern, den Chiern, den Nhodiern und den Persernerhielten. Philipp müßte den Plan aufgeben und ohne jene einleitendenSchritte den entscheidenden Schlag gegen Griechenland, der gegen Athengerichtet werden mußte, versuchen. Dies durfte er um so weniger ver-zögern, als jenes Mißlingen die Bemühungen des Demosthenes, einBündniß gegen ihn zu Stande zu bringen, unterstützte. Den Vorwandzum Einrücken in Griechenland gab ein neuer heiliger Krieg, der vondem Amphiktyonenbunde gegen die lokrische Stadt Amphissa wegen Um-pflügens eines dem delphischen Tempel gehörigen Gebietes auf Antragdes Aeschines, als athenischen Abgeordneten, beschlossen wurde. Als beider Ausführung dieses Beschlusses im Jahre 339 Philipp die phocischeStadt Elatea, deren Besitz die Straße nach Böotien und Attika offenhält, besetzte, wurde die Gefahr allgemein erkannt und Demosthenes ge-wann als Gesandter den Athenern das ihnen von jeher feindliche Thebenals Bundesgenossen. Philipp zog indessen Truppen aus seinem weitenReiche an sich und schlug im Jahre 333 die Verbündeten bei Chäronea.Athen machte sich auf eine Belagerung gefaßt, der Areopag schritt inder Verwirrung mit unbedingt gebietender Gewalt ein und ernannteden Phocion zum Feldherrn. Da erschien eine Gesandtschaft Philipps,die von den Athenern nichts als Anerkennung der Hegemonie für denpersischen Krieg verlangte und ihnen in den inneren Angelegenheitenvolle Selbstständigkeit nebst dem Besitze des Chersones und der InselnJmbrus, Lemnus, Scyrus und Samus zu lassen versprach. Das ent-waffnete die Athener und sie nahmen den Frieden an. Es wurde nundem Könige auf einer Versammlung griechischer Gesandten, die er nach