264 Die Griechen, Macedonier und Perser von der Schlacht bei Mantinea
griechischer Ansiedler zu einer bedeutenden Stadt erweitert, die nach des !Königs Namen Philippi genannt wurde und den Stützpunkt für die Be-hauptung der umliegenden Gegenden bildete.
3. Inzwischen war in Griechenland ein Krieg ausgebrochen, derihm Gelegenheit gab, seinen Plänen auf Hegemonie daselbst näher zutreten. Die Thebaner hatten bei der Schwäche Sparta's einen Versuchgemacht, im mittleren Griechenland neuen Einfluß zu gewinnen. AlsMittel dazu sollte ihnen eine Wiederbelebung des Amphiktponenbundcsdienen. Hier bestanden die meisten Mitglieder aus Völkern, über welchedie Thebaner vermöge des ihnen gegen die Tyrannen von Pherä ge-währten Schutzes einen Einfluß ausübten. Sie betrieben daher bei derVersammlung der Amphiktyonen die Verurtheilung zweier Völker, diesich gegen die von dem Bunde zu wahrenden Grundsätze vergangen !hatten. Die Phocier hatten ein Stück Landes, welches delphisches Tem-pelgut war, an sich gerissen und sollten deßhalb eine Geldbuße zahlen.
Die Spartaner aber sollten gleiches Schicksal wegen des von ihnen slängst gebüßten Ueberfalles der Kadmea erleiden. Die Weigerung sBeider brachte im Jahre 355 einen Krieg gegen die Phocier Seitens ider Thebaner und der ihnen verbündeten kleinen amphiktyonischen Völ- ^ker zum Ausbruche, der wegen seiner Veranlassung der heilige genannt swurde. Auf die Seite der Phocier aber stellten sich Sparta, das sich ^für sich gegen jene Verurtheilung zu wehren hatte und Athen, das mitTheben auf Euböa um die Herrschaft stritt. Außerdem fanden sie Bun-desgenossen an den Tyrannen Pitholaus und Lykophron, den Nachfolgern ^des Alexander. Da die Thebaner Beschützer der den Tyrannen feind-lichen Partei in Thessalien waren, verband eine gemeinsame Feindschaft sgegen Theben dieselben mit den Phociern. Durch diese Verbindung 'aber wurde Philipp, den die Aleuaden, wie ehemals den Alexander H., jgegen die Tyrannen zu Hülfe gerufen hatten, mit in den Krieg ver- !wickelt. Die Phocier entfalteten unter ihrem Anführer Philomelus eine ^im Vergleich mit ihren eignen Kräften ungeheure Macht dadurch, daßsie die delphischen Tempelschätze plünderten und von den Neichen inDelphi Beisteuern erpreßten. Jetzt wurden alle Greuel des Söldner-wesens auch über das eigentliche Griechenland gebracht. Der Krieg ^wurde mit Grausamkeit geführt, die phocischen Führer verschwelgten die !geraubten Schätze und es bildete sich unter ihnen die äußerste Sitten-losigkeit und Gottlosigkeit aus. Als Philomelus im Jahre 353 nacheinem unglücklichen Gefechte umgekommen und sein Bruder OnomarchuSan seine Stelle getreten war, riefen die Tyrannen von Pherä die Hülfeder Phocier gegen Philipp an und so verbreitete sich der Krieg auchüber Thessalien. Philipp wurde aus Thessalien hinausgedrängt, erschienaber später, nachdem er an der makedonischen Küste den Athenern einen ^