254- Die Griechen von dein Ende des peloponncsischcn Krieges
Vater gefunden. Unter dessen Einwirkung aufgewachsen, hatte Epami-nondas, der in seinen Vermögensverhältnissen beschränkt war, in derStille gelebt und obgleich er zu den Gesinnungsgenossen der Verbanntengehörte, sich nicht an den Anstalten betheiligt, durch welche deren zu-rückgebliebene Freunde den Mord der Gewalthaber vorbereiteten. Beider neuen Gestaltung der Verhältnisse aber war er so thätig, daß erdem Körper des Staates eine neue Seele ward. Unter denen, welchesich ihm anschlosscn, ragte der jüngere und reiche Pelopidas hervor, dersich ihm durch völlige Hingebung zu gemeinsamer Wirksamkeit verband.Der edle Sinn, von welchem das Bürgcrthum in Theben damals durch-drungen war, zeigte sich in einer Kricgsschaar von dreihundert Jüng-lingen, die, als Besatzung der Burg errichtet und unterhalten, durch gegen-seitige Freundschaft ihre im ^Dienste des Vaterlandes geschaffene Ver-bindung befestigten. Dem innerlich gekräftigtcn Theben gegenüber warendie jährlichen Einfälle der Spartaner ohne Erfolg und konnten die Be-festigung seiner Herrschaft über Döotien nicht hindern. Der Seekriegmit den Athenern aber ward ihnen verderblich. Die Thätigkeit, welchedie athenischen Feldherrn Chabrias und Konons Sohn, Timotheus, ent-wickelten, war von so glücklichem Erfolg, daß im Jahre 377 sich vonNeuem ein Bund von Seestaaten unter Athens Hegemonie bildete, dasden Mitgliedern als Bürgschaft ihrer Unabhängigkeit gleiche Stimmenin der Versammlung der Abgeordneten, dem Spnedrium, und das Ver-sprechen, keine Kleruchieen in den Bundesstaaten anlegen zu wollen, ge-währte. Nach der Schlacht, welche Chabrias im Jahre darauf ausAnlaß der Belagerung von Naros gewann, fühlten sich die Athener zumFrieden geneigt, da sie nicht durch ihre Anstrengungen Theben zu einerihnen selbst gefährlichen Größe verhelfen wollten. Es wurde unter per- ^sischcr Vermittlung ein Friede im Sinne des antalcidischen geschlossen. !Doch brachten Streitigkeiten der Corcpräer unter sich, wie ehemals >Athener und Korinther, so jetzt von Neuem Athener und Spartaner junter die Waffen und es öffnete sich erst für Timotheus, dann fürJphikrates, Raum zu rühmlicher Thätigkeit. An den Friedensverhand-lungen, die im Jahre 372 und zwar wieder auf persisches Betreibenzu Sparta stattfanden, nahmen auch die Thebaner durch EpaminondasTheil, sie traten aber davon zurück, als Sparta im Sinne des antal-cidischen Friedens nicht zugeben wollte, daß Theben durch Unterzeich-nung im Namen von Böotien sich als Haupt Böotiens bezeichne. Soblieb, als der dritte Friede unter persischem Einfluß geschlossen ward,Theben außerhalb desselben stehen und sein fortdauernder Kamps brachim Jahre 371, als die Spartaner wieder in Böotien erschienen waren,deren Hegemonie durch Epaminondas großen Sieg bei Leuktra, der denSpartanern durch einen beträchtlichen Verlust an eigentlichen Vollbürgern