252 Die Griechen von.dem Ende des pcloponnesischen Krieges
bedroht. Amyntas und die beiden Städte erregten Sparta's Besorg-nisse gegen Olynth und bei der Dringlichkeit der Sache sandte dieses,ohne die nvthigen Rüstungen vollendet zu haben, im Jahre 382 einkleines Heer unter Eudamidas mit der Absicht ab, unter dessen BruderPhöbidas bald Verstärkungen Nachfolgen zu lassen. Der Krieg zog sichbei der Stärke, die Olynth bereits besaß, ungeachtet der Hülfe desAmyntas, bis ins Jahr 380, wo es eingenommen wurde und in dasUnterthänigkcitsverhältniß der spartanischen Bundesgenossen trat.
5. Der Zug des Phöbidas gab den Anstoß zu den Bewegungen,welchen die Macht Spartas erlag. In Theben standen zwei Parteien,deren eine sich an Sparta anzulehnen suchte, einander gegenüber. Dazukam, daß von der den Spartanern feindlichen Partei ebenso wie vonAthen die Olynther Hülfe erwarteten. Mag nun Phöbidas in Bezugauf Theben, wo der Sieg der gegen Sparta feindlichen Partei leicht einefür Sparta bedenkliche Veränderung in Böotien herbeiführen konnte, ge-heime Aufträge gehabt oder aus eigenem Antriebe die Gelegenheit, sichdurch Ausführung eines entscheidenden Unternehmens hervorzuthun, ge-sucht haben, er machte auf dem Marsche bei Theben Halt, besetzte imEinverständnis; mit Leontiades, dem Führer der spartanischen Partei, dieBurg Kadmea und diente diesem zum Schutz und Rückhalt bei demNiedcrwcrfen der von JSmenias geleiteten Gegenpartei. Als er deßhalbin Sparta verklagt wurde, vertheidigte ihn Agesilaus durch Hervor-hebung der Nützlichkeit seiner Handlung und, während Sparta ihndennoch seines Befehls entsetzte und zu einer Geldbuße verurtheilte,verstärkte es die Besatzung der Kadmea und ließ durch ein aus Spar-tanern und Bundesgenossen zusammengesetztes Gericht den Jsmenias,dem geheimes Einverftändniß mit Persien vorgeworfen wurde, zum Todeverurtheilen. So blieb Sparta in Theben durch die ihm zngewandtePartei herrschend und gleichsam zur Erklärung seiner hierbei obwaltendenAbsichten benutzte cs im Jahre 380 einen in Phlius ausgebrochenenStreit zu blutigem Sturze der seiner Herrschaft Widerstrebenden.
6. Für Theben begann nun eine Zeit, die, obgleich minder blutig^doch mit der Zeit Athens unter den Dreißig Aehnlichkeit hat. Wiedamals Theben den athenischen, so diente jetzt Athen den thebanischenFlüchtlingen zum Zufluchtsort. Von hier erfolgte im Jahre 379 dieRückkehr, indem eine kleine Zahl sich unbemerkt in Theben einfand undin Verbindung mit dortigen Freunden die Häupter der herrschendenPartei bei einem zu diesem Zwecke veranstalteten Gelage ermordete.Bald war das Volk von den Urhebern der That gewonnen und alsman die Burg belagerte, ergaben sich die darin befindlichen Truppenspartanischer Bundesgenossen unter der Bedingung freien Abzuges. DieVerfassung gestaltete sich, obgleich es sich nicht hauptsächlich um den