248 Die Griechen von dem Ende des peloponncsischcn Krieges
gewonnen, mit den Schätzen Söldner geworben, mit den Söldnern sichgegen ein zu seiner Bestrafung abgesandtes Heer behauptet und, als end-lich seine Stellung in Byzanz doch unsicher geworden war, sich nachKleinasien geflüchtet hatte. Nach der Schlacht bei Kunara zogen sienoch 10,000 Mann stark, getrennt von den asiatischen Theilnehmerndes Feldzuges, nachdem die Perser sie durch Betrug ihrer Führer be-raubt hatten, unter neu gewählten Führern durch das feindliche Landnach Europa zurück. Der Weg ging nicht, wie sie gekommen waren,am Euphrat hin, sondern zog sich an der Ostscite des Tigris durchMedien und Armenien nach Trapezunt und von da längs der Küste bisnach Byzanz. Die Ausdauer, mit der sie ihn zurücklegtcn, wäre einesbesseren Unternehmens würdig gewesen und ist durch eine Schrift desAtheners Lenophon verherrlicht, der in besonderer Vorliebe für Spartaan diesem spartanischen Unternehmen Theil genommen hatte.
3. Der Feldzug des Cyrus Verwickelte Sparta in einen Krieg mitPersien und dieser Krieg brachte eine große Veränderung in Griechen-land hervor. Die Feindseligkeiten der Griechen zu rächen, griff Tissa-phernes, der an der Schlacht bei Kunara Theil genommen, nach seinerRückkehr die griechischen Küstcnstädte an und die Spartaner sandten, ob-gleich sie während des Krieges mit Athen die Ueberlassung dieser Städteversprochen hatten, ein Heer zu seiner Bekämpfung nach Asien. Erstführte Thimbro, dann Dercyllidas, den Krieg ohne Nachdruck. Ernstlicherund planmäßiger wurde er aber, als im Jahre 396 König Agesilaus,der Bruder des Agis, mit einem zu Gerästus gesammelten Bundesheerebei Ephesus gelandet war. Seine Fortschritte machten dem persischenKönige den Tissaphernes, ungeachtet er sich als Gegner des Cyrus ge-zeigt hatte, so verdächtig, daß er ihn aus dem Wege räumen ließ. Derfolgende Satrap Tithraustes schürte mit Hülfe von Geld die Unzufrie-denheit, die sich in Griechenland gegen die Spartaner regte. Dadurchkam eine gegen dieselben gerichtete Verbindung zwischen Theben, Athen,Korinth und Argos zu Stande. Der Angriff auf Sparta begann imJahre 394 durch eine Unterstützung, welche die Thebaner den opuntischenLokrern in einem gegen die Phocier begonnenen Grenzstreite gewährten.Die Phocier suchten Hülfe in Sparta, und Lysander, der den Agesilausnach Asien begleitet, sich aber in Folge wechselseitiger Eifersucht vonihm getrennt hatte, kam, um in Phocis ein Heer zu bilden, über denkorinthischen Meerbusen, während Pausanias mit einem Heere über denIsthmus heranziehen sollte. Lysander drang in Böotien ein, fand dieThebaner nebst einer von Jphikrates geführten athenischen Hülfsschaarbei Hallartus gelagert und verlor, da er sie, ohne Pausanias abzuwarten,angriff, die Schlacht und das Leben. Bei der in Griechenland vor-handenen Stimmung machte diese Niederlage einen großen Eindruck und