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Die Griechen im peloponncsischeii Kriege.
blutige Rache zu nehmen geneigt war. Unter denjenigen, welche derOchlokratie widerstreben und das Volk auf der Bahn der Besonnenheitzu halten suchen, ragt Niciaö hervor, reich, durch den Gebrauch, dener zu Gunsten seiner Mitbürger von seinem Reichthum machte, wohlempfohlen, ein umsichtiger, bedächtiger Heerführer. Er wurde meistbei den Zügen gegen die peloponnesische Küste verwendet, wo er imI. 424 Cythera besetzte und Thyrea, den Zufluchtsort der Aegineten, zer-störte. Während bis in das siebente Jahr des Krieges die wechselseiti-gen Einfälle dauern, wird noch auf verschiedenen andern Schauplätzengekämpft. Auf den Inseln an der Küste von Kleinasien schien sich denSpartanern eine Gelegenheit zur Schwächung der Athener im I. 428durch den Abfall des die Insel Lesbos mit Ausnahme von Methyumabeherrschenden Mptilcne zu bieten. Die Spartaner versäumten aberdiese Gelegenheit, weil Alcidas, der Führer ihrer Flotte, auf dem Wegedahin sich durch Seeräuberei aufhielt, den Athenern Zeit ließ, die Ab-trünnigen im I. 427 zu unterwerfen, und unverrichteter Sache nachdem Peloponnes zurückkchrte. Die Unterworfenen wurden behandelt,wie vorher die Aegineten. Fast wäre ihnen das Schicksal der Platäerbereitet worden. Es war schon der Beschluß dazu gefaßt, aber am fol-genden Tage wurde er, als zum Glück der Befehl noch nicht abgegan-gen war, wieder aufgehoben und man übte die Rache mir an den Ur-hebern des Abfalls, an der oligarchischen Partei. Bei dieser Gelegen-heit zeigte einer der Demagogen, die nach Perikles Zeit aufstanden,"eine große Wildheit. Kleon, ein Mann, der durch Sklaven eine aus-gedehnte Gerberei betrieb und daher von seinen Feinden spottweise derGerber genannt wurde, kämpfte für Aufrechthaltung des ersten Beschlus-ses, unterlag aber dem in der Versammlung noch vorherrschenden mensch-lichen Gefühl. Nicht lange hierauf betraten die Athener, ohne durch denVerlauf des Krieges dazu gedrängt zu sein, einen neuen und weit ent-legenen Schauplatz, Sicilien. Hier hatte in der Zeit zwischen dem erstenund zweiten persischen Kriege der Tyrann Gelon von Gela sich in denStreit, den zu Syrakus die Geschlechter mit dem Demos führten, ein-gemischt und, nachdem er sich für die Geschlechter erklärt, sich die Herr-schaft Ln der Stadt angecignet. Seine Regierung erhob die Macht vonSyrakus und die Carthag.er, die auf der Insel viele Besitzungen hatten,wurden allmälig auf die westliche Küste derselben beschränkt. SeineHerrschaft ging der Reihe nach auf seine Brüder Hiero und Thrasybulusüber, der letztere dieser beiden verlor sie im I. 466 und Syrakus erhielteine demokratische Verfassung. In der Zwischenzeit zwischen diesem Er-eignisse und 'dem Ausbruche des peloponnesischen Krieges machten dieEingebornen der Insel einen Versuch, die Herrschaft der griechischenAnsiedler zu beschränken, allein ihr Unternehmen zerschlug sich und