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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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227
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Die Griechen im peloponnesischcn Kriege. 227

des Volkes auf Seiten der Athener, wurde aber durch die herrschendenGeschlechter von einer eigentlichen Theilnahme abgehalten und unter-stützte die Athener nur durch einzelne Schaaren, die aus eigenem An-triebe zuzogen. Auf der Seite der Athener waren die Vortheile einerdurch Uebereinstiinmung ihrer Bestandthcile und Geübtheit mächtigenFlotte und eines reichen Schatzes. Die Peloponnesier besaßen einUcbergewicht durch ihre Landlruppen und durch die Möglichkeit, denAthenern in ihren weit von einander getrennten Besitzungen die zumTheil ungern gehorchenden Bundesgenossen durch Aufwiegelung zu Fein-den zu machen. Da sich weder Achen zu Lande, noch Sparta zur Seemit den Feinden messen konnte, beschränkte sich der Krieg einige Jahrehindurch auf Einfälle, die die Peloponnesier zu Lande machten, undPlünderungszüge, die die Athener zur See nach den Küsten des Pelo-ponnes unternahmen. Während dieser Zeit vertrieben die Athener imI. 430 die Aegineten von ihrer Insel, worauf sie daselbst eine attischeKleruchie einrichteten, während den Vertriebenen von den Spartanerndie Stadt Thyrea angewiesen wurde. Das abgefallene Potidäa mußtesich im I. 429 ergeben. Einen großen Verlust aber erlitt Athen durchden Untergang von Platää. Diese Stadt hatten die Peloponnesier nachihrem zweiten Einfalle in Attika zu belagern angefangen und nach einemausdauernden Widerstande, als schon ein Theil von ihnen sich durch dasBelagerungsheer durchgeschlagen und nach Athen gerettet hatte, mußtensich die klebrigen ergeben. Die Stadt wurde den Thebanern abgetreten,die Mannschaft niedergemacht, die Frauen in die Sklaverei verkauft undnachher von den Thebanern die Mauern niedergerissen. So endete dieStadt, die mit den Athenern den Ruhm des Tages von Marathon ge-teilt hatte. Am meisten wurden die Athener durch die Pest niederge-drückt, welche während des zweiten peloponnesischen Einfalls im I. 430in der Stadt auöbrach und um so furchtbarer wüthete, als die Stadtdurch die vom Lande Hereingeflüchteten überfüllt war. Ein Opfer derPest ward im I. 429 auch Periklcs, der kurz vorher bei der durch denKrieg und die Krankheit erzeugten Mißstimmung nochmals die Wandel-barkeit der Volkögunst erfahren hatte. Sein Tod ließ alsbald die Fol-gen der von ihm geförderten Ausbildung der Demokratie, die er nochfür eine Zeitlang zurückgedrängt hatte, in vollem Maße hervortreten.Als die Leidenschaftlichkeit der Masse nicht mehr an einem Geiste, wieder seiuige gewesen, ein Gegengewicht hatte, wurde sie von Jedem,der ihren Wünschen zu schmeicheln wußte, dahingerissen und es beganndiejenige Form der Demokratie, welche die Griechen Pöbelhcrrschaft,Ochlokratie, nannten. Sie trug dazu bei, auch von athenischer Seitedem Kriege den Charakter der Grausamkeit zu geben, indem man anüberwundenen Feinden ober bezwungenen abtrünnigen Bundesgenossen

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