bis zum Ausbruche des pcloponncsischen Krieges.
223
seiner Hegemonie unterzuordnen gestört und in dem Besitze unterwor-fener Inseln bedroht. Ein Streit Delphi's mit dem übrigen Phocishatte im I. 448 eine Einmischung der Spartaner veranlaßt, welche derStadt die bestrittene Selbstständigkeit zuerkanntcn. Die Athener abererschienen nach ihrem Abzüge, um den ihnen angeschlossenen Phocierndie oberste Leitung des Orakels und die Aufsicht über dessen Schätze zuübergeben. Kaum hatten sie durch diesen Krieg, welcher der zweiteheilige genannt wird, ihr Ansehn geltend gemacht, als die seit derSchlacht von Oenophyta besessene Hoheit über die böotischen Städtevernichtet wurde. Einer oligarchischen Bewegung in denselben, die vonflüchtigen Oligarchen aus Euböa unterstützt wurde, wollte man durcheinen raschen Zug nach Böotien begegnen, aber Tolmides, der denselbenbetrieben hatte und führte, ward im I. 447 bei Koronea entscheidendgeschlagen und die den Athenern feindliche Partei in den Städten ge-wann die Oberhand. Hierdurch ohne Zweifel ermuthigt, versuchte imI. 446 Euböa einen Abfall und setzt zum ersten Male erschienen dieSpartaner im Felde, um abtrünnige athenische Bundesgenossen zu unter-stützen. Ein Heer unter Plistoanar, dem Sohne des Pausanias, demman seiner Jugend halber in Kleandridas einen Rathgeber zugesellthatte, fiel in Attika ein, nachdem auch Megara sich von Athen losge-sagt hatte. Eilig mußte Perikles aus Euböa, ehe er den Aufstand ge-dämpft, zurückkehren. Er wendete die Gefahr ab, durch Bestechung desKleandridas, wie er denn überhaupt manche Summe nach Sparta wan-dern ließ, um den für unausbleiblich gehaltenen Ausbruch offener Feind-schaft zu verzögern. Darauf beruhigte er Euböa und der spartanischeStaat, der den Plistoanar verbannt und den Kleandridas durch Todes-urtheil vertrieben hatte, verstand sich im I. 445 zu einem dreißigjährigenWaffenstillstände, in welchem die früher im Peloponnes besetzten Orte,Trözen und einige Städte in Achaia, sowie die noch behaupteten mega-rischen Häfen Nisäa und Pegä von Athen heransgegeben wurden. DieVersuche Athens, seine Hegemonie über das Festland auszudehnen,waren zu Ende und als im I. 440 Samos mit Hülfe des SatrapenPiffuthnes zu den Spartanern abfiel und die Treue von Byzanz zumWanken brachte, würde Perikles in der Bezwingung desselben von denSpartanern gestört worden sein, wenn nicht der Widerspruch der Ko-rinther im Rathe des peloponnesischcn Bundes einen dahin zielendenBeschluß gehindert hätte. So aber gelang in zwei Feldzügen eine Unter-werfung, nach welcher die Samier die Kriegskosten bezahlen, ihreMauern schleifen und ihre Schiffe ausliesern mußten. Das offenbareHerabsteigen von einer schon erreichten Höhe scheint den noch nicht ganzerloschenen Bestrebungen der ehemaligen Cimonischen Partei neuen Nach-druck gegeben zu haben. Doch noch stand Perikles so fest, daß das