bis zum Ausbruche des pcloponncsischcn Krieges.
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in die Tiefen der menschlichen Seele und die Darstellung der Größe,zu welcher sich der Mensch durch sittliche Stärke zu erheben vermag.Er hat die Begriffe, durch welche das religiöse Bewußtsein der Grie-chen die durch seine Grundlagen gegebenen Beschränkungen überwand,am weitesten von allen Dichtern ausgebildet. Dient er dem im grie-chischen Geiste lebenden Gesetze, welches auch bei Darstellung des Geisti-gen zum Anschlüsse an die sinnliche Erscheinung drängt, so kömmt zuder Darstellbarkeit, welche seine Ideen dadurch erhalten, so viel Fülleund Tiefe, als ohne Schmälerung jener Darstellbarkeit möglich ist.Die hierdurch entstehende Harmonie, die in der Dichtung nie über-trvfsen worden ist, wirkte auf das empfängliche athenische Volk mit zau-berischer Gewalt und machte seine Schauspiele zu dem stärksten Mittel,das im Bereiche des Heidenthums für Veredlung der Gefühle in An-wendung kam. In einer gewissen Verwandtschaft mit der Ausbildungder Tragödie steht die Begründung der Geschichtschreibung. Sie hatihren Ursprung noch außerhalb Athens. In Kleinasien begann sie ausdem Epos hervorzuwachsen, als man in dem Bemühen, die Lust ander Erzählung zu befriedigen, größere Reihen von Mpthen durchlief undüber die Mythologie hinaus in das Gebiet des durch Anschauung undErkundigung Gewonnenen schritt. Die Schriftsteller dieser Richtung,die den Grund zur griechischen Prosa gelegt haben, heißen die Logo-graphen. Zu ihnen gehört Aristagoras' Zeitgenosse Hekatäus aus Milet,
^ der erst den jonischen Aufstand widerrieth und, als er dennoch ausge-brochen war, ihm die Unterstützung seines Rathes lieh. Der erste eigent-liche Geschichtschreiber aber ist Herodot aus dem dorischen Halikarnaß,nach der Sprache seines Werkes ein Ionier, nach dem Aufenthaltsortein seinen reifen Jahren ein Athener. Der Persische Krieg hatte dent Griechen ein früher unbekanntes Gefühl eigner Kraft gegeben und mitMacht die .Aufmerksamkeit auf die Verhältnisse der Wirklichkeit und denZusammenhang der Ursachen und Folgen geleitet. Diesen großen Stoffeiner nahen Vergangenheit, an welchem sich das Uebergewicht geistigerStärke über rohe Gewalt zeigen ließ, ergriff Herodot und behandelteihn in der Art, daß die Bedeutsamkeit des von den Griechen errungenenSieges durch Einsicht in das Wachsthum und die Größe des persischenReiches seinen Landsleuten klar werden mußte. So ward das Werk,
! indem auf die Bestandtheile des persischen Reiches zurückgegangcn werdenmußte, eine allgemeine Völkergeschichte. Was aber den Athenern das-selbe besonders nahe rückte, war die rückhaltlose Anerkennung der That-sache, daß eigentlich ihre Vorfahren das Werk der Rettung vollbrachthatten, während die übrigen Staaten der Versuchung, mit Preisgebungdes allgemeinen Wohls die eigne Sicherheit zu suchen, theils ausgcsetztwaren, theils erlagen. Mit der redenden Kunst gelangte auch die bil-