bis zum Ausbruche des pcloponnesischen Krieges. 203
aber war so gehoben, daß sie an Verfolgung des gewonnenen Vor-teils dachten und dem Miltiades auf seinen Vorschlag Schiffe zu einemZuge gegen die den Persern unterworfenen Inseln gaben. Er wandtesich gegen Paros, aber das Unternehmen mißlang und, da Miltiades,ohne Paros gewonnen und ohne Beute gemacht zu haben, heimkehrie,klagte ihn Xanthippns wegen Betruges auf den Tod an. Es retteteihn die Erinnerung an die Eroberung von Lemnus unv an die Schtachtbei Marathon. Er wurde aber zu einer großen Geldstrafe verurtbeckt,welche, da er bald in Folge einer auf Paros erhaltenen Wunde starb,sein Sohn Cimon zu zahlen hatte. Der Führer Athens zu einer fer-neren Stufe und sein Retter aus der zweiten und größeren von Asienher nahenden Gefahr war Themistoktes. Der Ruhm des Miltiadesstachelte ihn zn reger Thätigkeit und er suchte den seinigen auf demWege der Hingebung an die in Athen herrschende demokratische Stim-mung. Es war dieses ein Ergebiuß seines Bestrebens, auf Handel undSeemacht Athens Größe zu begründen. Denn da diese Richtung vonden jüngst erst zu höherer Geltung gelangten Ctafsen der Bürger ver-folgt wurde und die in ihren Vorrechten Geschmälerten von der weiterenVerfolgung dieser Richtung auch fortwährende Steigerung der Demo-kratie erwarteten, konnte Themistoktes nur auf der demokratischen SeiteEingehen auf seine Pläne erwarten. Daß er sich in dieser Erwartungselbst bei starken Ansprüchen an die Leistungen seiner Mitbürger nichttäuschte, ist ein Beweis von der Empfänglichkeit, welche das athenischeVolk damals für kluge Rathschläge hatte und durch welche die Demo-kratie nach dem Ausdrucke eines griechischen Schriftstellers in soferneine Aristokratie ward, als demjenigen, der für den Besten galt, dieLeitung des Staatswesens überlassen wurde. Es war aber natürlich,daß auch ein entgegengesetztes Bestreben sich gellend machte. Selbstunter denen, welche Solons und Klisthcnes Einrichtungen als Grund-lage für gedeihliche Entwicklung des Staates anerkannten, mußte sichAugesichrS der großen Rührigkeit des Volkes eine Besorgniß vor gefähr-lichen Fortschritten der Demokratie bilden. An der Spitze dieser nichtauf Hemmung, sondern auf Mäßigung ausgehenden Partei stand Aristi-des, für Themiftokles ein um so gefährlicherer Gegner, als der Ruhmder Gerechtigkeit sein öffentliches Leben begleitete. Die Spannung imStaate fand ihre Lösung durch den Ostracismus, der den Aristtdes, kurznachdem er erster Archon gewesen, entfernte. Wie überhaupt der Um-stand, daß Aristides Gerechtigkeit so hoch gerühmt wurde, eine nichtseltene Anwendung unredlicher Mittel in den Kämpfen des öffentlichenLebens zu verrathen scheint, hatte Themistoktes nur durch Verdächtigungdie Gemüther gegen seinen Nebenbuhler eingenommen, indem er vorgab,derselbe wolle den ärmeren Bürgern den Zugang zu den Richterstcllen