204 Die Griechen vom Ausbruche des Kampfes mit den Persern
versperren. Themistoklcs hatte schon vorher die Athener durch Streif-züge gegen die Cykladen geübt und betrieb nun mit größtem Eifer die !Verstärkung der Flotte. Dazu wurde auf sein Betreiben der Ertragder Silberbergwerke bei Laurium, der früher unter die Bürger vertheilt >worden war, verwendet, wozu der Hinblick auf die bisher noch über-legene und nur mit Hülfe geliehener korinthischer Schiffe erfolgreich be-kämpfte Seemacht der Aegincten den hauptsächlichsten Antrieb bildete.
3. Indessen nahte der neue persische Krieg. Dazu reizten denZserrcs von Griechenland aus das fürstliche Geschlecht der Aleuaden zuLarissa in Thessalien und der aus Sparta entflohene König Demaratus. ^Die Aleuaden scheinen sich durch herrschsüchtige Absichten in Feindschaft tmit den übrigen Thessalern befunden und von der Fremdherrschaft die EErreichung dieser Absichten gehofft zu haben. Demaratus aber hattesich in Folge erlittener Demüthigung selbst an den persischen Hof be-geben, um dort Schutz und Rache zu finden. Seine bei dem Zuge igegen Athen hervorgetretcne Feindschaft gegen Kleomenes hatte sich nochvor dem ersten persischen Angriffe bei einer andern Gelegenheit geltendgemacht. Als Darius allenthalben von den Griechen Erde und Wasserals Zeichen der Unterwerfung fordern ließ, hatten die Aegincten gleichden Bewohnern der übrigen Inseln im ägäischen Meere sich der For-derung gefügt. Deßhalb hatten die Athener sie in Sparta des Ver-rathes an der Sache Griechenlands angeklagt. Sofort hatte sich Kleo-menes nach Aegina begeben, um die Schuldigsten ergreifen zu lassen.Demaratus aber hatte die Aegincten zum Widerstande aufgereizt. Die !Rache des Kleomenes bestand darin, daß er den Demaratus in Verdachtbrachte, nicht der wirkliche Sohn des früheren Königs Ariston zu sein und
die königliche Würde nicht nach Recht zu bekleiden. Durch Bestechungbewog er die Pythia zu Delphi, gegen Demaratus zu entscheiden und,da derselbe nun entsetzt wurde, trat der dem Kleomenes ergebene Leoth-chides an seine Stelle. Mit ihm führte er den früher von Demaratusvereitelten Plan gegen die Aegincten aus, indem er Geiseln unter ihnenaushob und diese ihren Feinden, den Athenern, zur Verwahrung über-gab. Demaratus aber begab sich, nachdem er, seiner Würde beraubt,noch einige Zeit in Sparta gelebt, nach Susa, wo er zu der Zeit an-kam, als unter Darius Söhnen die Frage der Nachfolge entschiedenwerden sollte und wo er zu der Entscheidung für Lerres beitrug. Die-sen begleitete er in der Folge auf dem Heereszuge mit seinem Nathe,ohne mit seinen Hindeutungen auf die kriegerischen Vorzüge der Grie-chen und besonders der Spartaner, sowie mit seinen Nathschlägen, be- ^reitwilliges Gehör zu finden.
4. Zn Griechenland vermochte auch der zweite Angriff der Perser dieStaaten nicht zu gemeinsamer Vertheidigung zu vereinigen. Nur Athen