202 Die Griechen vom Ausbruche des Kampfes mit den Persern
enge an Athen angeschlofsen hatte. Mit ihrem Zuzuge traf das atheni-sche Heer auf der maraihonischen Ebene zusammen. Der Sieg, dendie vereinigten Athener und Plattier hier am 29. September 400 er-kämpften, ist größtentheils das Verdienst des Miltiades. Dieser hatte >!im thracischen ChcrsoneS ein eigenes Fürstenthum gehabt. Der Stifterdieses Fürstenthums war sein Oheim Miltiades gewesen, den der dortwohnende Volksstamm der Dolonker, von Feinden bedrängt, sich nacheinem Rathe des delphischen Orakels in Athen zum Fürsten erbetenhalte. Seine Herrschaft war auf seines Bruders Cimon Sohn Stcsa- i
goras übergegangen. Den Cimon hatten die Pisistratiden hinterlistig ^aus dem Wege räumen lassen, aber nach StesagoraS Tode dessen !Bruder Miltiades als Nachfolger nach dem Chersvnes gesandt, um dort !festen Fuß zu behalten. Er hatte hier mit starker Hand die Herrschaftgeführt, die pelasgische Bevölkerung der benachbarten Insel Lemnns ^unterworfen und an dem Feldzüge des Darms gegen die Scythen ge- izwangen Theil genommen. Seine Stellung war aber unhaltbar ge-worden, als die Perser nach Dämpfung des jonischen Aufstandes auchdiese Gegend in Besitz nahmen. Miltiades durfte, da er zur Zeit desscythischen Feldzuges zum Abbrechen der Donaubrücke gerathen, nicht !hoffen, sich unter persischer Oberherrschaft zu behaupten und kehrte nach ^Athen zurück. Hier war man bei der herrschenden demokratischen 'Stimmung ihm als einem gewesenen Tyrannen abgeneigt, aber als manbei bevorstehendem Kriege mit den Persern, wie alljährlich geschah, zehnFeldherr» wählte, erhielt er einen Platz unter denselben wegen der in ,seiner früheren Stellung bewährten Kraft und Einsicht. Sein erstesVerdienst war die Ueberwindung derjenigen unter seinen Amtsgenossen,welche zum Rückzüge und zur Vertheidigung hinter den Mauern der ^Stadt riethen. Der Polcmarch, der sich bei dem Heere befand undder hier zum letztenmal in der Stellung eines Heerführers erscheint,hatte zu entscheiden und entschied nach Miltiades Gründen für die An- inähme der Schlacht. Die Feldherr», welche der Ansicht des Miltiadesgewesen waren, leisteten, da der Oberbefehl täglich wechselte, auf den-selben für ihre Tage zu Gunsten des Miltiades Verzicht. Dieser aberwartete mit der Schlacht bis zu einem ihm gehörigen Tage. Sein
Sieg war ungeachtet der großen persischen Uebermacht so entscheidend,daß die Feinde nach den Schiffen eilten und, damit sie nicht mittelst j
Umschiffung des Vorgebirges Sunium einen Angriff auf Athen aus- ^
führen möchten, führte der siegreiche Feldherr das Heer eiligst nach !
Athen zurück. Die Feinde machten wirklich den Versuch, kamen aber hzu spät und traten den Rückweg nach Asien an. Da erschien das ver- mspäicte Hülfsheer der Spartaner, das wenigstens noch das Schlachtfeld ^und die gefallenen Feinde in Augenschein nahm. Der Muth der Athener ^