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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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191
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Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern. 191

der spartanischen in Gegensatz steht, fällt das Bemühen auf, dem Bür-ger in Anordnung seiner eigenen Angelegenheiten eine gewisse Selbst-ständigkeit zu sichern, die zur Selbstständigkeit führenden Lebensweisenzu begünstigen und die Geschäftsbetriebsamkeit zu ermuntern. Achenwar auf dem Wege, durch Handel groß zu werden und zog eine Mengevon Einwanderern an, aus welchen sich oft die Bürgerschaft durch Ver-leihung des Bürgerrechts vermehrte. Dadurch wurde jene Regsamkeiterhöht, mittelst deren Viele zu einer das Selbstgefühl steigernden Stellunggelaugten und oligarchische Ansprüche mußten so immer unhaltbarerwerden. Indem Solon diesem Streben helfend entgegen kam, förderteer im gesammten Leben eine Richtung, dce sich in den bei Ordnung derVerfassung befolgten Grundsätzen kundgibt.

41. Die Annahme der solonischen Verfassung und der sic begleiten-den Gesetze scheint ohne Schwierigkeiten erfolgt zu sein. Desto schwie-riger war es, das ganze Staatsleben nach der gegebenen Anordnungumzugestalten und Solon entzog sich dem vielfachen Ansinnen, dieseSchwierigkeiten zu lösen, durch Entfernung aus Athen. Es folgten seineAchen, in deren Verlauf auch die Geschichte seines Aufenthalts beiKrösus, wenn, sie nicht durch chronologische Schwierigkeiten zweifelhaftwürde, hineinversetzt werden müßte. Was sich in Athen während dieserZeit zutrug, ist unbekannt. Daß er auch nach seiner Thätigkeit keinedauernde Ruhe erwartete, zeigt sich in dem Gesetze, durch welches erjeden Bürger bei ausbrechendem Aufstande Partei zu nehmen verpflich-tete. Er wollte durch Beschleunigung der Entscheidung verhindern, daßdie von ihm vorausgesehenen Kämpfe den ganzen Staat aus denFugen brächten.

42. Die ausgleichende Solonische Verfassung hatte keine der beidenursprünglichen Parteien befriedigt, während sie dem inzwischen zu immerhöherer Bedeutung kommenden Stande der Handel und Gewerbe Trei-benden zusagen mußte. Es regten sich daher bald wieder eine durchSolon's Neuerungen verletzte oligarchische und eine mit ihren Wünschenüber dessen Neuerungen hinausgreifende demokratische Partei und alseine mittlere zwischen ihnen, den Bestrebungen jeder von ihnen abge-neigt, stand eine Partei von Anhängern gemischter Verfassung, wie dieSolonische wirklich war. Obgleich in den beiden äußersten Parteien sichdas Spiel der Zeit vor Solon wiederholte, hatten sich doch unter demEinflüsse der Solonischen Bestimmungen die Bestandtheile der Parteienetwas verändert und während die zwei alten Parteien als die der Eu-Patriden und des Volkes bezeichnet werden konnten, wurde jede der dreineuen nach der Gegend benannt, wo die Angehörigen der Partei nachMaßgabe ihrer Vermögens- und Lebensverhältnisse am zahlreichstenWohnten. Die Pediäer waren die reichen Grundbesitzer in der um Athen