170 Die Grieche» vor dem Kampfe mit den Persern.
bedeutendsten die Feste zu Olympia in Elis, zu Nemea in Argolis, aufdem Isthmus bei Corinth und auf der Ebene Pytho bei Delphi. Wasdiesen Festen ihre Bedeutung verlieh, waren die Wettkämpfe, in denen >sich die körperlichen Kräfte maßen. Unter ihnen waren wieder dieolympischen die besuchtesten. Sie wurden, seitdem man im I. 776 vorEhr. die Namen der Sieger aufzuzeichnen begonnen hatte, auch einAnhalt für die Zeitrechnung, indem man die Zeit eines Ereignisses durchdensenigen vierjährigen Zeitraum bestimmte, welcher von einer Versamm-lung bis zur andern verfloß, wobei die genauere Bestimmung mittelst ,Angabe des betreffenden unter den vier Jahren hinzugefügt wurde. Dies ^ist die Rechnung nach Olympiaden, deren Bestimmungen hinsichtlich ihrer ^Zurückführung auf Jahre unserer Zeitrechnung die Kenntniß der Jahres- ^zeit, in welcher sich ein Ereigniß zugetragen hat, nothwendig macht, weildas Olympiadenjahr in der Mitte unseres Jahres beginnt und so daserste Jahr der ersten Olympiade von der Mitte des Jahres 776 biszur Mitte des Jahres 775 reicht. Die Feste beider Arten nährten den ,
Sinn für Ruhm und Auszeichnung, befriedigten das Verlangen nach l
heiterem Genüsse und erleichterten die Anknüpfung persönlicher Ver-bindungen, aber für Gründung eines bestimmten Verhältnisses zwischenverschiedenen Staaten erwiesen sie sich nicht wirksam, ja selbst die füreinen geschlossenen Kreis bestimmten verhinderten nicht, daß die Staatendieses Kreises sich befehdeten. Sie nährten nur gegenüber allen Frem- -den, die von denselben ausgeschlossen blieben, das Selbstgefühl der Nation uals eines mit höherer Bildung ausgestatteten und von höheren Ge-danken bewegten Ganzen. !
23. In gleicher Art, wie die Orte der Feste, waren die Orakel An-ziehungspunkte für die Griechen. Wie dort die äußere Welt sich vordem Auge in heiterer Pracht entfaltete, so, glaubte man, erschließe anden Orakelstätten eine in Betrachtung der dem gewöhnlichen Sinn ver-borgenen Dinge geübte Priesterschaft dem Zweifelnden die Kenntniß vonGrundsätzen, nach denen er sein Handeln zu regeln habe. Diese Mei-nung entsprach so sehr einem Verlangen der menschlichen Natur, daßüber den Kreis des griechischen Lebens hinaus der Rath der Orakelgesucht wurde, daß in Aegypten und Lydien Könige, welche neue undschwierige Wege zu gehen im Begriffe waren, hier in ihrer Verlegen-heit über den Ausgang Hülfe zu finden hofften. Vor vielen griechischenOrakeln war das zu Delphi besucht und das Vertrauen, das cs genoß,ließ große Schätze als Gaben des Dankes und der Verehrung bei ihmzusammenfließen. Aber dem Vortheil der reichen hier regierenden Prie-sterschaft scheint einfacher auf sittlichen Grundsätzen beruhender Rathweniger als geheimnißvoll verhüllende Andeutung entsprochen zu haben.
Oft wurde durch Unklarheit und Verfänglichkeit des Ausdrucks der
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