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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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154 Die Griechen vor dem Kampfe mit de» Persern.

Thcilc des Landes betreffenden in die frühere Zeit zurückweisenden !Ueberliefernngen das Wichtigste berücksichtigt. f

5. Jenseits der kambunischen Bergkette, wo in späteren Zeiten !Maeedonien begann, liegt das Land der pierischen Thraeier, welche erst

in Folge der Ausdehnung Makedoniens ostwärts bis jenseits des Stry- jmon zurückwichen. Während die eigentlichen Thracier in der geschicht- >lichen Zeit durch ihre Rohheit bekannt sind, hat sich von den pierischendas Andenken erhalten, daß sie zur Sittigung Griechenlands einen gro-ßen Beitrag geliefert. Ueberall, sowohl in ihren nordischen Sitzen als !in denen, welche sie im eigentlichen Griechenlande gehabt, erscheint inihrem Gefolge der Dienst der Musen, der Göttinnen der Dichtung und I!des Gesanges, und die Berge Olpmp, Parnaß und Helikon gelten als ^Wohnplätze dieser Göttinnen. Das mythische Sinnbild des von Plenenausgegangenen zähmenden und entwildernden Einflusses ist der SängerOrpheus, der die Kunst der Musen zu einem Mittel der Verbreitungdes Götterdienstes macht und mit zauberischer Gewalt die tobende Lei-denschaft roher Gemüther bändigt. In demselben Kreise, in welchemdie Mythe den Orpheus walten läßt, ist auch eine der frühesten Stättendes Dienstes des Dionysos, zu dem rauschende, lärmende Feste mit aus-gelassenen Tänzen gehörten. Orpheus selbst erscheint theils als Dienerdieses Gottes und Förderer der zu seinem Dienste eingerichteten Myste-rien, theils als Opfer der Wnth, von welcher die Mänaden als Die-nerinnen des Gottes ergriffen waren und welcher er sich vergeblichwidersetzte.

6. Das Volk der Macedonier, das sich in geschichtlichen Zeiten bisan den nördlichen Fuß der kambunischen Berge ausbreitete, gehörte demillyrischen Stamme an, welcher westlich und nordwestlich von diese»Gegenden zwischen der Küste des jonischen und adriatischen Meeres und ,dem die Halbinsel von Norden nach Süden durchziehenden Gebirge bisin fernen Norden, bis zum Flusse Sau, wohnte. Südlich aber von demLande der Illyrier, vom akrokerannischcn Vorgebirge bis zum Meerbusenvon Ambracia lag eine Landschaft, die im Gegensätze zu den zerftückel-teren Theilen Griechenlands, Epirus oder das Festland hieß. Hier hattein alter Zeit das griechische Leben einen Mittelpunkt in dem mit einemOrakel verbundenen Tempel des Zeus zu Dodona. Doch im Laufe derZeit hatte sich von Jllyrien aus so viele barbarische Bevölkerung ange-siedelt, daß mit dem Namen Epiroten nur eine Anzahl ohne Verbin-dung unter einander lebender halbbarbarischer Stämme bezeichnet wurde.Einer dieser Stämme, die Thesproter, gab kurz vor der dorischenWanderung dem ans der entgegengesetzten Seite des Pindusgebirgesgelegenen Lande seine Bevölkerung durch den von ihm sich absondern-den Zweig der Thessaler. Dieses neue Volk muß so gering an Zahl