Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern- 155
gewesen sein, daß es ungeachtet der Herrschaft, die es im fremden Landean sich riß, in demselben seine Sprache verlor und so ungeachtet seinerbarbarischen Herkunft ein griechisches Gepräge erhielt. Den Wohnplatzdieses Volkes bildete die vom Peneus durchflossene Ebene, in derenStädten die Eroberer einen herrschenden kriegerischen Adel auömachten,ohne daß sie zu einem Staate verbunden gewesen wären. Die ältereBevölkerung sank unter dem Namen Penesten zur Leibeigenschaft herab,einer Sklaverei, die das Besondere hatte, daß der Sklave von seinemHerrn nicht getödtet noch außer Landes verkauft werden konnte, dessenLändereien bestellte, ihm einen Theil des jährlichen Ertrages entrichteteund im Kriege ihn entweder als Waffenknecht begleitete oder nach seinerAnweisung in den Reihen als Krieger diente. Einige der ursprüng-lichen Stämme des Landes behielten zwar eine gewisse Selbstständigkeit,traten aber in das Verhältniß der Zinspflichtigkeit, so daß ihr Gebietin einer etwas loseren Abhängigkeit von den Thessalern stand. Indieser Lage befanden sich die Perrhäber im Norden, die Magneter imOsten und die achäischen Bewohner von Phthiotis im Süden. Durchsie war das unmittelbare Gebiet der Thessaler vom Meere fast allent-halben abgeschlossen, so daß es nur zwischen den Magnetern und Achäern,wo die Stadt Pagasä lag, die Küste berührte. Auch über die Malier,die südwärts an die Achäer stießen und über die Doloper, die im Süd-westen bis nach Epirus hinein wohnten, erstreckte sich diese thcssalischeOberhoheit.
7 . In dem Theile Griechenlands, der von Epirus und dem imweiteren Sinne genommenen Thessalien südlich bis zu dem korinthischenMeerbusen und der zum Peloponnes führenden Landenge, dem Isthmusvon Corinth, liegt, wohnten an der Westküste die Akarnaner, zunächstden Bewohnern der benachbarten Inseln Kephallenia, Zakynthoö undJthaka verwandt und einst mit ihnen zu einem kephallenischen Reicheverbunden. Auf sie folgten jenseits des Achelous die Aetoler, beiwelchen nicht bloß der hellenische, sondern auch der griechische Charakterdurch Vermischung mit nördlichen Stämmen sehr getrübt war. IhrLand grenzte im Osten an das Gebiet der Aenianen oder Oetäer, diedas zwischen Othrys und Octa gelegene Thal des Spercheus bis aufden unteren von den Maliern besetzten Theil inne hatten, an die Land-schaft Doris, welche das oberste Thal des Cephiffus umfaßt und andas Land der ozolischen Lokrer, welche von zwei andern am euböischcnMeere wohnenden Abteilungen der Lokrer durch die Phocier getrenntwaren. Die Phocier grenzten ostwärts an Böotien, erreichten nord-wärts mit einem schmalen Striche die Küste des euböischcn Meeres, sodaß ihr Gebiet die Gebiete der epiknemidischen oder am Berge Knemisgelegenen und der opnntischen Lokrer von einander trennte. Die ihnen