Die Griechen vor dem Kampfe mit den Persern. igi
Göttcrkrcises ihre Beiträge geliefert, obgleich in Bezug auf viele Götterdie ursprünglich pelasgische Auffassung dem Einflüsse hellenischer Vor-stellungen gewichen ist. Verschieden und gethcilt, wie das ganze grie-chische Leben von Anfang an war, mögen auch die Anschauungen vonden Göttern und die ihnen gewidmete Verehrung, ja die Personen derGötter selbst, in den einzelnen Theilcn des Landes gewesen sein undnur das mit festerer Gestaltung des Lebens eingetretene Bewußtseinnationalen Zusammenhanges mag auch in dieser Hinsicht eine größereUebereinstimmung bewirkt haben. Dadurch mußte sich auch die Zahlder Götter vermehren, da die ursprünglich den einzelnen Stämmen un-gehörigen Gottheiten Eigenthum der ganzen Nation wurden, was indcßnicht hinderte, daß einzelne Gottheiten bei den Stämmen, denen sieursprünglich angehört hatten, auch fernerhin eine ganz vorzugsweiseVerehrung genossen und ihnen besonders ihren Schutz zu gewährenschienen. Ungeachtet der Menge, zu welcher die Götter bei der Neigung,einzelne natürliche und sittliche Eigenschaften, sowie die Erscheinungendes staatlichen und bürgerlichen Lebens und die Wirkungen der erzeugen-den und nährenden Naturkräfte als Personen aufzufassc», sich erweiterte,sonderten sich zwölf Götter als die eigentlich herrschenden aus, derenSitz man auch zu einer Zeit, wo man sich ihn im Himmel dachte, mitdem Namen des am östlichen Ende der kambunischen Gebirge gelegenenBerges Olympus bezeichnet. Diese olympischen Götter waren: Zeus,Poseidon, Apollon, Ares, HephästoS, Hermes, Here, Athene, Artemis,Aphrodite, Hestia und Demeter. Unter ihnen nahm Zeus den Rangeines Königes ein, dessen Willen die übrigen sich fügen mußten. Diemeisten erscheinen in den Erzählungen über die Heroenzeit ihrer Be-deutung als Sinnbilder der Natur entkleidet und mit dem Menschen-leben in die engste Beziehung gesetzt. Zeus, nach der ältesten Auf-fassung der in den Erscheinungen der oberen Lust, besonders im Donner,vernehmbare Naturgott, ist als König der Olympier der Schützer derKönige auf Erden und der durch sie zu wahrenden Ordnung. Dieolympischen Götter leiten die menschlichen Geschicke, bestimmen die Menschenin ihren Thaten, rüsten sie, der eine mit diesen, der andere mit jenenFähigkeiten aus. Ihre Betheiligung an den Angelegenheiten der Men-schen erstreckt sich aber noch weiter, indem sie sichtbar mit ihnen ver-kehren, an ihren Streitigkeiten persönlichen Antheil nehmen und umihretwillen gleich ihnen selbst in Zwist gerathen. Dadurch wird ihrLeben dein der Menschen immer ähnlicher, menschliche Leidenschaftenwerden die Triebfedern ihres Handelns und es übertragen sich auf siedie Eigenschaften der sie Verehrenden so, daß bei ihnen alle in höheremMaße und in stärkerer Wirksamkeit erscheinen. Hierauf wirkte außer demunbewußten Einflüsse, den die eigene Persönlichkeit der Menschen auf