Die Perser.
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Bildung zu hemmen. Die Juden danken nur ihrer religiösen Begeiste-rung die Fortdauer eines innerlich selbstständigen Lebens; ja die Phö-mcier und kleinasiatischen Griechen würden ohne den belebenden Verkehrmit der See, den die Perser, da er die Leistungsfähigkeit der Unterworfe-nen erhöhte, nur gern sehen konnten, nicht einmal einen Schatten ihrerfrüheren Bedeutsamkeit bewahrt haben. Die übrigen Länder zwischendem Mittelmeere und dem Tigris fielen für immer einer stumpfsinnigenBarbarei anheim. Eine angehäufte, innerlich unverbundene Masse, wiedas Reich, war auch das Heer, das bei großen Kriegen aufgebotenwurde. Die Truppen der einzelnen Völker erschienen in eigener Trachtund Bewaffnung, kämpften in eigener Weise und wurden von Persernund Medern angeführt. Die Anwohner des Mittelmeeres, Kleinasiaten,Aegyptier und Phönicier thaten den Seedienst, den die dem Seelebenfremden Perser so wenig von ihnen lernten, daß sie, weit entfernt, dieSüdküsten Asiens durch eine Flotte zu schützen, quer durch den TigrisDämme mauern ließen, um das Einlaufen feindlicher Schiffe zu ver-hindern. Bei solcher Lockerheit der Verbindung der Theile kam für dasBestehen des Reiches Alles auf die Zuverlässigkeit der Satrapen anund im Falle der Abtrünnigkeit fanden diese in der durch kein inneresBand an die Perser geketteten Bevölkerung ihrer Provinzen oft Stützegenug gegen den König. Eine Trennung des militärischen Befehls vonder bürgerlichen Verwaltung hatte man entweder nicht versucht odernicht durchgeführt und bei der Macht, die sie sich in ihrer Stellung ver-schaffen konnten, erwies sich auch die Einrichtung des Darius, sie durchbesondere Beamte beaufsichtigen zu lassen, als unwirksam. So wenigdurchgreifend war bei allem Scheine der Macht und aller Strenge, mitder man sie, wo man konnte, aufrecht erhielt, die Kraft der Regierung,daß an vielen Stellen im Reiche Völker wohnten, die entweder nur ge-wissermaßen oder in keiner Weise dem Könige Gehorsam leisteten. DiePaphlagonier, die im Taurus nördlich von Pamphplien und Cilicienwohnenden Pisidicr und Lykaonier, die am Pontus wohnenden Kappado-cier, die Karduchen in den südlich an Armenien stoßenden Gebirgen, dieKadusier am südwestlichen Ufer des kaspischen Meeres, die Uricr in denGrenzgebieten zwischen Susiana und Persis standen in diesem Verhält-nisse. Nicht minder zweifelhaft war das Verhältnist der Nomaden anden südlichen und nördlichen Grenzen des Reiches, der arabischen undder scythischen Stämme.
24. Die Umwälzung, vermittelst deren die Herrschaft von Kambp-scs auf den vorgeblichen Smerdis und von diesem auf Darius überging,scheint weithin erschütternd gewirkt zu haben. In der Inschrift vonBisutun erwähnt Darius einer Reihe von ihm gedämpfter Empörungen.Zweimal war Persien im Aufstande und jedesmal gab das Haupt der