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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Perser.

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wurden. In der Ausstattung der königlichen Gemahlinnen herrschte diegrößte Verschwendung, indem oft auf Beschaffung einzelner Theile ihrerBekleidung die Einkünfte ganzer Ortschaften oder Gegenden regelmäßigverwendet wurden. Auch die Belohnung für ausgezeichnete Dienste be-stand in Anweisung solcher bestimmten Einkünfte.

21. Die unterworfenen Völker hatten außerdem, daß sie ihre Mann-schaft zum Kriege stellen mußten, im Gegensätze zu den Persern noch diePflicht, Abgaben zu zahlen. Diese waren unter Cyrus und Kambysesohne feste Regel eingefordert worden. Darms setzte hierin ein bestimmtesMaß für die einzelnen Länder fest. Doch beschränkten sich die Leistungender Länder nicht auf die regelmäßigen Steuern. Die Lieferungen fürdie Bedürfnisse des Hofes und der Truppen kamen noch hinzu. Wasaber am härtesten drückte, waren die Erpressungen, die die Statthalter,Satrapen genannt, in den Provinzen verübten, um nach Weise desKönigs in Pracht und Ucppigkeit zu leben. Hierin herrschte eine roheWillkühr. Der Unfug der Statthalter mußte hoch steigen, ehe ein Ein-schreiten erfolgte und es gab Fälle, wo der König Bedenken trug, dieSchuldigen geradezu zur Strafe zu ziehen. Selbst dann, wenn Gesetz-losigkeit des Statthalters dem Könige selbst gefährlich schien, wurde ihrmeistens wieder in gesetzloser Weise begegnet, indem man den Gefähr-lichen ohne Rechtsverfahren aus dem Wege räumte. Die planmäßigenEinrichtungen, welche Darms zur Beitreibung ordentlicher und außer-ordentlicher Leistungen traf, und die damit verbundene Erhöhung derselbenhaben ihn bei den Persern in den Ruf der Habgier gebracht, so daß sievon ihm sagten, während Cyrus ein Vater und Kambyses ein Gebietergewesen, sei er ein Krämer. Eben dahin deutet die Erzählung von derOeffnung des Grabes der Nitokris zu Babylon. Dieses hatte eine Auf-schrift, nach welcher ein König, der Mangel in seinem Schatze habe, esöffnen durfte. Darms öffnete es, um die darin verborgenen Schätze zugewinnen, fand aber darin eine Inschrift, welche den Oeffnenden wegenseiner Habgier tadelte. Ein gutes Andenken hinterließ er dagegen inAegypten, wo er sich durch Fortbau des von Necho begonnenen Canalsdem Vortheile des Landes förderlich erwies und wo man ihn wegender Ordnung, die durch ihn auf den gesetzlosen Zustand unter Kambysesgefolgt war, zu den Gesetzgebern des Landes rechnete.

22. Die Einteilung welche Darms dem Reiche gegeben, weistzwanzig Provinzen oder Satrapieen auf, deren manche verschiedeneVölker zum Zwecke der Verwaltung vereinigte. Nicht ganz überein-stimmend damit ist die Aufzählung, welche eine Keilinschrift bei Bisutunin Kurdistan im Namen des Darms selber gibt. Da diese Inschrift denZweck hatte, ein Denkmal der Macht des Königs zu sein und dadurchvon Abfallöversuchen abzuschrecken, ging sie von einem andern Gesichts-

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