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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
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20. Das nächste Mittel zur Befestigung der gewonnenen Herrschaft !war, daß sich Darms durch die Wahl mehrerer Frauen enger mit derFamilie des Cyrus verband. Die das Familienleben zerstörende Sitte !der Vielweiberei zeigt sich so an dem persischen Hofe in voller Uebungund in ihr wurzelt zum großen Theile die Entartung der Dynastie, zu-mal neben den eigentlichen Gemahlinnen, welche eine ihrer Stellung ent-sprechende Ehre genossen, auch Nebenfraucn in großer Zahl sich an demköniglichen Hofe finden. Die bitterste Frucht dieser Unsitte war dasfrühzeitige Verderben der königlichen Kinder, die, von Sinnenreiz um-geben und als Werkzeuge ränkesüchtiger Weiber dienend, in der Folgeimmer mehr zu weibischem Wohlleben, schamlosem Laster und roher Will-kühr erzogen wurden. Für Darms' Ansehen wurde die Stellung seiner ^ehemaligen Mitverschworenen gefährlich, und als einer von ihnen, Jn-taphernes, früherer Abrede gemäß das Recht, zu jeder Zeit zum Königezu gehen, auf gewaltthätige Weise in Anspruch nahm, wurde zum war-nenden Beispiel die ganze Familie des Schuldigen zum Tode bestimmtund der flehenden Gattin, die sich ein Glied derselben losbitten durfteund ihren Bruder wählte, außer diesem der älteste Sohn geschenkt, an 'den übrigen Gliedern der Familie aber das Urtheil vollzogen. Die Höhe,in welcher der König über Allen stehen sollte, forderte Beschränkungdes Zutrittes zu ihm, wie der öffentlichen Erscheinung seiner Person, und ;wer zu der Pforte, wie der Palast hieß, eingelassen wurde, mußte sich ^vor dem Herrscher niederwerfen und den Boden küssen. Diese, gewiß <schon in der medischen Hofordnung gegründete Sitte, kam seit Darms in j!regelmäßige Uebung. Er ist überhaupt der Ordner des Hofes und des .!Reiches, so daß alle wesentlichen Einrichtungen aufseine Regierung zu-,rückzuführen sind. Das Leben des persischen Königes zeigt ausgesuchtePracht und Ueppigkeit. Alle Nahrungsmittel kamen von dort, wo siein besonderer Güte zu finden waren, das Wasser für die königliche Ta-fel, wo der König sich auch befinden mochte, aus dem bei Susa vorbei-fließenden Choaspes. Diesen Einrichtungen entsprach die Menge derHofbeamten. Zur Verfeinerung des Genusses diente der Wechsel des ^Wohnortes nach den Jahreszeiten. Der Winter wurde in dem heißen ^Babylon, der Sommer in dem kühlen Ekbatana, der Frühling in Susa,der Hauptstadt der durch gemäßigtes Klima ausgezeichneten LandschaftSusiana zugebracht, während Persepolis im eigentlichen Persien gelegen,wo die Könige außer Cyrus begraben sind, und wo sich Denkmäler mitBildwerken und Keilinschristen, den entzifferten Worten zufolge von ^Darius und seinem Nachfolger herrührend, erhalten haben, dem Namennach die Hauptstadt des Reiches war. Alter Gewohnheit gemäß er-gaben sich die Könige vielfach dem Vergnügen der Jagd, wozu in allenTheilen des Reiches in parkartigen Anlagen, Paradiesen, Thiere gehegt