einen Aufstand, doch Cyrus, der Lydien schon verlassen hatte, ließ den-selben durch seinen Feldherrn Mazares dämpfen und traf nach Krösus'Nathe Anordnungen, wodurch die Lydier sich im Genuß der Ruhe unddes Wohllebens über den Verlust ihrer Selbstständigkeit trösten lernten.Der Fall des lydischen Reiches brachte Kleinasten vollständig in CyrusGewalt. Da in dem lydischen Reiche die dazu gehörigen Völker nuräußerlich mit einander verbunden waren, konnten die einst von denLydiern unterworfenen leicht den Wechsel des Beherrschers ertragen.Die nicht von den Lydiern bezwungenen aber beugten sich vor CyrusMacht. Eine Ausnahme machten die in großer Zahl an der Westküstebestehenden kleinen griechischen Staaten. Nachdem der seit Gyges gegensie begonnene Kampf durch Krösus mit der Unterwerfung der letztengeendet worden war, dachten sie nun den Wechsel der Herrschaft zurWiedergewinnung der Selbstständigkeit zu benutzen. Die Entfernungdes Sitzes des neuen Herrschers mochte ihnen die Hoffnung gewähren,daß sie ihm leichter als dem Lydier widerstehen könnten. Hierin täusch-ten sie sich eben so sehr, als in der Hoffnung auf Hülfe der Spartaner.Diese beschränkten sich auf eine von Cyrus mit Verachtung angehörteMahnung, keine Griechen anzugreifen und Harpagus, der im Befehlüber die nach Cyrus Abzug zurückgebliebenen Truppen an MazaresStelle getreten war, bezwang die griechischen Städte mit Waffengewalt.So begann an den westlichsten Grenzen des neu gegründeten persischenReiches eine Berührung asiatischen und griechischen Lebens, die währendder ganzen Dauer dieses Reiches eine Quelle von Reibungen undKämpfen blieb und die Vorbereitung zu einer Vernichtung des Reichesdurch griechische Waffen wurde.
12. Der Sturz des lydischen Reiches trifft nach gewöhnlicher An-nahme in das Jahr 546, und zehn Jahre später, ohne daß man überCyrus Thätigkeit in der Zwischenzeit Rechenschaft geben kann, fällt auchdas babylonische, gleich jenem durch den Verlust einer Schlacht und dieEroberung der Hauptstadt. Die. Ableitung des Euphrat, wozu einstensaus Vorsicht gegen nordische Angriffe die Anstalten von der Nitokrisgetroffen worden, öffnete dem persischen Heere den Eingang durch dastrocken gelegte Flußbett und das von Daniel angekündigte Ende desReiches war gekommen. Die Stadt wurde nicht zerstört und ungeachtetdes Abschcues, den die Diener des Ormuzd gegen die Stätten fremdenGötterdienstes hatten, blieb selbst der Tempel des Baal verschont. EineNachricht, die das Schicksal der Stadt nicht erwähnt, läßt den Könignach der Niederlage sich nach Borsippa, dem Hauptsitze der chaldäischenWeisheit, znrückzieheu, dort von dem Sieger eingeschlossen werden undsich auf die Zusicherung des Lebens und der Freiheit ergeben, woraufihm Wohnung und Landbesitz in der östlich vom eigentlichen Persien ge-