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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Perser.

Kleinasien ist aber eher der thracische Bosporus anzunehmen, überden auch der thracische Stamm der Trerer, von dessen Einfällenin Kleinasien sich eine Erinnerung erhalten hat, gekommen ist. DieKimmerier nahmen unter Ardys die Stadt Sardes mit Ausnahme der ^

Burg ein und der Verlauf ihres Treibens war wie der der scythischenHerrschaft im inneren Asien. Einen Stützpunkt ihrer Herrschaft hattensie auf der nördlichen Halbinsel, auf welcher Sinope liegt. Hier mögensie ihren Waffen- und Vorrathsplatz gehabt und von hier das Landdurchstreift haben. Ihre Anwesenheit hinderte die lydischen Könige nichtan Fortsetzung ihrer Kriege mit den griechischen Küftenstädten, und demAlpattes gelang es, die Fremdlinge zu vernichten oder zu vertreiben, !ohne daß darüber etwas Genaueres bekannt ist. I

8. Unter Alpattes erfolgt ein Zusammenstoß des lydischen Reichesmit dem medischen. Die Veranlassung wird so angegeben, daß persön-liche Beziehungen als Triebfeder erscheinen. Sie ist aber allgemeinerer ^Natur und es ist nur der in den Nachrichten herrschenden kindlicheren ^Auffassung zuzuschreiben, wenn hier, wie sonst oft in der ältesten Ge- ^schichte, ein allzu großes Gewicht auf Meinungen, Leidenschaften undHandlungen einzelner Menschen gelegt wird. Eine scythische Schaar in ^Cyarares Diensten, heißt es, habe einstens von der Jagd gegen desKönigs Erwartung kein erlegtes Wild mitgebracht und sei deßhalb von !diesem schimpflich behandelt worden. Da hätten die Gekränkten vonmedischen Knaben, die der König ihnen, damit sie die scythische Spracheerlernten, übergeben hatte, einen geschlachtet und ihm denselben alsWild zugeschickt. Sie seien darauf über den Halys geflüchtet und derlydische König habe sich geweigert, sie der Aufforderung des Cyarares !gemäß auszuliefern. Wahrscheinlicher ist aber, daß der Uebertrilt scy-thischer Söldnerschaaren in lydische Dienste den Anlaß zu dem Kriegegegeben. Dieser Krieg wurde, nachdem man lange mit abwechselndemGlücke gekämpft hatte, im sechsten Jahre dadurch beendigt, daß währendeiner Schlacht sich die Sonne verfinsterte, wie es in Milet der weise Thalesfür dieses Jahr vorausgesagt hatte. Der Eindruck des Ereignisses warso mächtig, daß auf beiden Seiten Verlangen nach dem Frieden entstandund ein cilicischer Fürst, mit Namen Syennesis, und der babylonische KönigLabynetus, welcher mit dem gleichnamigen letzten Könige Babyloniensnicht dieselbe Person sein kann, vielmehr als der Sohn Nebukadnezarszu denken ist, traten als Vermittler zwischen beiden Königen aus. DerFriede wurde dadurch besiegelt, daß Alpattes Tochter Aryene mit Cyara- ^res Sohne Astyages vermählt wurde. Dieses Ereigniß ist, wie kein landeres in dieser alten Zeit, chronologisch bestimmt, da die erwähnte !Sonnensinsterniß diejenige sein muß, welche nach astronomischer Berech-nung auf den 30. September 610 vor Ehr. Geb. fällt. I