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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Perser.

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9. Die Söhne der befreundeten Könige von Medien und Lydiensahen ihre Reiche durch die Umwälzung untergehen, mit welcher dieGeschichte Asiens in eine neue Periode tritt, indem die neue aus derMitte der iranischen Völker auftanchende Herrschaft der Perser alle diedamaligen asiatischen Reiche, das ägyptische mit eingeschlofscn, rasch nacheinander verschlingt. Der Beginn dieser Veränderung ist an den Na-men des Cyrus geknüpft und das Wesentliche ist, daß die den Medernunterworfenen Perser, von ihm geführt, sich nicht bloß der medischenHerrschaft entledigten, sondern sich in der Herrschaft über die iranischenVölker an die Stelle der Meder setzten. Für das zur Herrschaft er-hobene Volk war der Wechsel, ungeachtet die despotische Regierung nurin eines andern Fürsten Hand gekommen war, durch den Gewinn be-deutend, welchen es im Ganzen durch Abgabenfreiheit und in einzelnenPersonen durch Verwaltung der unterworfenen Länder genoß. Bei derFortpflanzung der Erinnerung an eine so große Weltbegebenheit hat sichdas Bedürsniß geltend gemacht, die handelnden Personen durch Angabeallgemein verständlicher Beweggründe näher zu rücken. Diesem Bedürf-niß hat sich das Bestreben des- unterliegenden Volkes zugesellt, durchdie Art, wie der Uebergang der Herrschaft erfolgte, sich über den Ver-lust derselben zu trösten. Hieraus ist folgende Darstellung der Geschichtedes Cyrus erwachsen. Astyages, der keine männlichen Nachkommen,sondern nur eine Tochter Mandane hatte, wurde vor einem Sohne, dendiese erhalten würde, durch einen von den Magiern ihm ausgelegtenTraum gewarnt und vermählte sie, um der Erfüllung der Vorbedeutungauszuweichen, nicht einem Meder, sondern dem Perser Kambyses. Ausdieser Ehe entsproß Agradatus, der erst nach seiner Erhebung den Na-men der Sonne, Khor, in der heiligen Schrift Koresch, bei den GriechenCyrus, annahm. Nach seiner Geburt wiederholte sich für Astyages diefrühere Warnung durch einen neuen Traum. In neuer Besorgniß läßter den Knaben durch einen Mann des Hofes, Harpagus, aussetzen, derjedoch den Auftrag einem Hirten übergibt und so, da der Hirte dasKind als eigenes annimmt, dessen Retter wird. Unter den Hirten wächstder Knabe auf, wird in einem Spiele von andern Knaben zum Königegewählt und behandelt in dieser Rolle Söhne vornehmer Meder so hart,daß diese sich beim Könige beschweren. Der Knabe kommt dadurch anden Hof, wird an seiner Freimüthigkeit sowie an seiner Aehnlichkeit mitder Mutter vom Könige erkannt und dieser nimmt an Harpagus, derden erhaltenen Befehl nicht vollzogen, die fürchterliche Rache, ihm deneigenen Sohn als Speise vorzusetzen. Die Magier werden befragt underklären, die Vorbedeutung von des Enkels Macht sei schon dadurch er-füllt, daß er im Spiele König gewesen. Derselbe wird daher zu seinenAeltern zurückgesandt. HarpaguS aber brütet Rache und fordert durch