Druckschrift 
1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

Die Israeliten.

artung des Gottesdienstes durch Errichtung der Tempel auf den Höhen,durch Einsetzung von Priestern, die nicht aus Aarons Geschlecht waren,durch Gründung neuer von den Mosaischen verschiedenen Feste und durchEindringen des Königs in priesterliche Verrichtungen. Unter NehabeamsSohne Abiam dauerte sie, so sehr derselbe sich auch vor einem Kampfemit Jcrobeam des Festhaltens an Mosaischer Satzung rühmte, doch nochfort und erst dessen Sohn Assa führte eine Besserung herbei, obgleicher den Tempelschatz dazu verwandte, Benhadad's Beistand gegenEphraim zu gewinnen. Auf dem Wege der Besserung ging Josaphat,der vierte König fort, der auf die Rechtspflege Sorgfalt verwandte undLeviten aussandte, um durch Belehrung des Volkes der den Götzendienstfördernden Unwissenheit zu wehren. Daß er aber dem feindseligenVerhältnisse, in welchem unter den drei ersten Königen der Staat zuEphraim gestanden hatte, durch ein Bündniß mit Ahab ein Ende machte,war eine Quelle neuen Unheils. Die Gattin seines Sohnes Joram,Athalfa, brachte neuen Götzendienst in's Land und, als ihr von ihr be-herrschter Sohn Ahaöja zu Jcsreel umgekommen war, riß sie selbst dieHerrschaft an sich und würde die ganze Familie Jorams ausgerottethaben, hätte nicht Ahasja's Schwester dessen Sohn Joas gerettet. Ihnerhob der Hohepriester Jojada, nachdem er bis zu seinem siebentenJahre im Verborgenen erzogen worden war, mittelst Sturzes derAthalfa zur Herrschaft und es begann unter der von ihm für den jun-gen König geführten Negierung eine religiöse Wiederherstellung, welcheJojada durch einen im Namen Gottes mit Volk und König geschlossenenBund besiegelte. Als aber der Hohepriester, der Zeitgenosse von Eliasund Elisäus, nach einer Wirksamkeit, die der prophetischen glich, in einemAlter von 130 Jahren gestorben war, rechtfertigte der königliche Zöglingdie Erwartungen nicht, welche man nach der ihm zu Theil gewordene»Leitung von ihm hegen durfte. Seine spätere Regierung befleckte erdurch Begünstigung des Götzendienstes und durch die von ihm veranlaßteErmordung des Zacharias, des Sohnes Jojada's, der seinem Vater alsHohepriester gefolgt war. Auch Joas' Sohn und Nachfolger Amaziahielt sich von Abgötterei nicht ganz frei. Nach einem glücklichen Feld-züge gegen die Edomitcr machte er die bei ihnen Vorgefundenen Götzenzum Gegenstände der Verehrung. Usias oder Asarja, der Sohn desdurch eine Verschwörung gefallenen Amazia, war, wie der gleichzeitigeJerobeam II., ein kriegerischer Fürst, der die von seinem Vater begon-nene Bekämpfung der abgefallenen Edomiter sortsetzte, den Hafen Elathwieder gewann, die Hauptstadt befestigte mnd ein ansehnliches Kriegsheerhielt, aber in despotischer Willkühr sich gottesdienstliche Verrichtungenanmaßte und bei dem Widerstande gegen die Abmahnungen der Priestermit der augenblicklichen Strafe des Aussatzes heimgesucht wurde. Der