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Die Israeliten.
zu jener Höhe sein mußte. Der prophetische Zustand, drr nicht noth-wendig ein fortdauernder ist, liegt über die Fähigkeit einer durch Er-fahrung gestärkten Berechnung hinaus und besteht in einem übernatür-lichen Verkehr mit Gott, der den Menschen durch unmittelbares Schauenweiter führt, als es die angespannteste Denkkraft vermag. Zunächst anSamuel mögen sich die in Davids Nähe erscheinenden Propheten Gadund Nathan angeschlossen haben, von denen der letztere bis in die ZeitenSalomo's, seines Zöglings, thätig war. Zunächst auf sie folgt Ahia,der die Trennung des Reiches androht und dem Jerobeam den Herrscher-beruf verkündigt. Von größerer Bedeutsamkeit werden die Prophetenin der Zeit des mit der Trennung eingetretenen Verfalls, in welchersie die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit durch Worte, die sie in ihremInnern als Gottes Worte vernommen haben, darstellen. Sie stehen imKampfe mit den Leidenschaften ihrer Zeitgenossen, werden nicht seltenvon dem Volke, das in sittlicher Verkommenheit die Mahnung zur Bußeungern hört, geschmäht und von den Königen, deren Handeln sie in eineandere Bahn zu lenken suchen, verfolgt. So zu einem Leben voll Leidenbestimmt, sehen sie oft ihre Stellung noch durch Auftreten falscher Pro-pheten erschwert, da diese die Gebilde einer lügnerischen Einbildungskraftals Prophetenworte verkünden und im Dienste des Schlechten eineKraft verwenden, die sich von der im Dienste Gottes thätigen Kraftdes wahren Propheten für den Blick der Menge nicht unterscheidet.
21. In dem nördlichen Reiche ging die Herrschaft Jerobeams, dererst in Sichem, dann in dem seiner Lage nach nicht genau bestimmtenThirza wohnte, und mit Hülfe des Pharao Sisak, vielleicht dem Se-sonchis der Bubastischen Dynastie des Manetho, das Reich Juda beun-ruhigte, auf seinen Sohn Nadab über, der den verkehrten Wegen desVaters folgte. Mit ihm beginnt für das Reich eine Reihe von Kämpfenmit dem Reiche von Damaskus. Wie Jerobeam dem Reiche Juda anAegypten einen Feind im Rücken erweckt hatte, rief der König Assa vonJuda einen von Resons Nachfolgern, Benhadad, zum Kampfe gegenNadab auf. Die zweite Dynastie beginnt mit Baesa aus dem StammeJsaschar, der den Nadab während der Belagerung des philistäischenOrtes Gibbethon nmbringt und sein ganzes Haus ausrottet. Er setztden Krieg mit Assa fort und dieser hat sich zugleich gegen einen kuschi-tischen, d. h. äthiopischen oder äthiopisch-ägyptischen Fürsten Serah zuwehren. Baesas Sohn Ela unterlag mit seiner Familie nach zwei-jähriger Regierung einer Empörung, durch welche in dem FeldherrnSimri eine dritte Dynastie erstehen wollte. Doch Ela's Feldherr Amri,der vor Gibbethon stand, schloß Simri in Thirza ein, wo dieser sichselbst ermordete, und behauptete sich nach Unterwerfung eines andern Be-werbers, Thibni, im Besitze der Herrschaft, zu deren Sitz er die von ihm