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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Israeliten.

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nördlichen Reiches bietet zwar die des südlichen dar. Das Haus Da-vids gibt demselben in der vierhundertjährigen Zeit seines Bestehensseine sämmtlichen neunzehn Könige, in deren nur durch die angemaßteHerrschaft einer Königin unterbrochener Reihe sechszehn Geschlechterhindurch immer der Sohn dem Vater folgt. Doch wucherte auch hierder böse Same fort, den Salomo gestreut und, wenn auch Greuel, diein Israel an der Tagesordnung waren, in Juda vereinzelter erscheinenund bei dem reicheren Vorrath an erhaltenden Kräften auf Zeiten derVerirrung und des Falles Zeiten der Rückkehr und der Erhebung folg-ten, so versäumten es die Könige doch, ihre Stärke in die unbedingteHingebung an die geistige Macht, der sie ihre Einsetzung verdankten, zusuchen und verdarben ihre Stellung, indem sic sich auf eine bloß natür-liche Gewalt stützten. Daher gaben sie einerseits falschen, seit Salomoeingebürgerten Gewohnheiten nach und gingen anderseits in dem Be-mühen um Befestigung ihrer Herrschergewalt über die in der Theokratiegegebenen Schranken hinaus. Ein durch Salomo begründeter zwei-deutiger Dienst, der auf den Höhen seine Stätten hatte, wurde selbstdurch die besseren Könige nicht abgeschafft und gab durch die Abson-derung von dem Dienste zu Jerusalem, zu welcher er einlud, fortwäh-renden Anlaß zum Hinübergleiten in die Abgötterei. Es war der Fehler ,der Unentschiedenheit und Halbheit, an welchem jene besseren Königelitten. Er ließ sie selbst bei Versuchen zur Herstellung der Religion nichtganz auf den Boden, auf welchem sich das Volk bewegen sollte, zurück-kehren, und verleitete sie zu Verletzungen Mosaischer Ordnung. Hierzutrug die Vervielfachung der Beziehungen zum Auslande das Ihrige bei.Das Beispiel benachbarter Staaten lehrte sie eine fürstliche Allgewaltsich zum Ziele setzen und die in politischer Berechnung gesuchten Bünd-nisse unterhielten eine Vertrautheit mit dem Fremden, die das Kostbarsteunter dem Einheimischen beeinträchtigte.

20. Daß in beiden Reichen das Bewußtsein der Verirrung erwachteund der sittliche Werth des Handelns immer wieder an den Vorschriftendes Jehovahdienstes gemessen wurde, war das Verdienst der Propheten,die durch ihre auf höhere Berechtigung gestützte Leitung des Volkeseine Ergänzung des Königthums bildeten. Schon unter den Königendes ungetheilten Reiches sehen wir Propheten lehren, rathen, warnen,tadeln. Samuel hatte eine Veranstaltung getroffen, daß in dem Volkeimmer Männer gleichsam als dessen lebendiges Gewissen erstehen sollten.

Er hatte mittelst Stiftung von Schulen einen Stand von Propheten indas Leben gerufen. War eine Theilnahme an göttlichem Können undWissen auch nicht auf dem Wege des Unterrichts den Menschen mit-zutheilen, so hatte er doch das Mittel gefunden, einen Sinn in seinenSchülern zu erziehen, dessen Besitz die erste Bedingung für die Erhebung