Die Israeliten.
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einbar war, obgleich sich unter der Voraussetzung, daß der König nichtaus des Volkes, sondern aus Gottes Wahl hervorgehe, schon iin Pen-tateuch Grundzüge einer monarchischen Verfassung niedergelegt finden,widersetzte sich Samuel dem Verlangen des Volkes nach einem Könige.Er schilderte dem Volke den Druck despotischer Willkühr, welcher dieGewalt eines kriegerischen Fürsten verfallt, wenn ihr keine Vertretunggöttlichen Rechtes das Gegengewicht hält. Als er aber durch Schilde-rung des Drucks, den das Königthum mit sich bringen könne, das Volkvon seinen: Begehren nicht abbrachte, flehte er zu Gott um Erleuchtungund als er den göttlichen Willen, welcher ihn nachgeben hieß, erkannthatte, wählte und salbte er den durch äußere Vorzüge ausgezeichnetenSaul aus Gibeah. Um jedoch in der entscheidenden Zeit des Ueber-gauges zu einer anderen Verfassung das Volk der geistigen Leitung nichtzu berauben, um einen religiösen Einfluß auf das neu gegründete Kö-nigthum zu sichern, gab er auch, als Saul zum Könige gesalbt war,die Nichterwürde nicht auf und fand zu Bewahrung seines Einflussesfortwährenden Anlaß in der ganz äußerlichen Richtung Sauls, in dessenHand das Königthum nur ein Hcerführerthum war. Der Mangel anFolgsamkeit, welchen Saul gegen die Befehle Samuels zeigte, führteseine Verwerfung und die Uebcrtragung seiner Würde auf einen Ande-ren herbei. Die Darstellung des religiösen Ideales im Königthumekonnte um des Königs willen, der dazu unfähig war, nicht aufgegebenwerden. Hatte Samuel nach Saulö Siegen über die Ammoniter den-selben in feierlicher Versammlung zu Gilgal, wo er sich hinsichtlich seinerVerwaltung vor dem Volke rechtfertigte, aufs Neue bestätigt und so dieim alten Freiheitsgcfühl noch der Einheit widerstrebenden Stämme zuinGehorsam gegen ihn aufgefordert, so sagte nach dem Siege über dieAmalekitcr der Prophet sich von ihm los, weil er nicht nach erhaltenemBefehle Alles, was ihm in die Hände gefallen war, getödtet und weiler sich Beute zugeeignet hatte. Saul fühlte, daß die Kraft, die erdurch Samuels Salbung erhalten, von ihm wich. Denn als nach demOpfer, das er unfern der Philistergrenze zu Gilgal gebracht, der Pro-phet von ihm schied, suchte er ihn am Gewände festzuhalten, aber diesesriß und die Trennung war so entschieden, wie der Riß des Gewandes.Das Königthum ging in den Stamm Inda über, aus welchem Davidzu Saulö Nachfolger erkoren wurde. Er, als Hirt auf den TriftenBethlehems lebend, wurde, da er kaum den Knabcnjahrcn entwachsenwar, zum Könige gesalbt und der Segen dieser Wahl brachte reicheFrüchte in der Seele des Jünglings. Noch hütete eine Zeit lang Saulmit Eifersucht die ihm abgcsprochene Macht und die Verhältnisse, inwelche David zu ihm gerieth, dienten dazu, die Anlagen, durch welchedieser zu Erneuerung des religiösen Lebens in seinem Volke befähigt