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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Israeliten.

Herstellung begann, nahm sie die Kräfte der den Zerstörern verwandtenFremdlinge dafür auf schonungslose Weise in Anspruch. Hatten diesebisher im Lande Gosen ein dem früheren nomadischen Leben ähnlichesLeben geführt, so wurden sie jetzt, zumal da man sie auch zur Bestellungder Felder benutzte, zur Theilnahme an Arbeiten genöthigt, auf welchendas Gebäude der ägyptischen Cultur ruhte. Doch neben diesen Mittelnhöherer Ausbildung fand sich auch die Gefahr der Entartung. Dieägyptische Religion, von einer an Ansehen und Einfluß reichen Priester-schaft gepflegt, in ihrer Ausübung von den Reizen eines reichennatürlichen Lebens umgeben, konnte der Strenge Eintrag thun, mit ^welcher der Unterschied der israelitischen und der ägyptischen Religionim Auge behalten werden mußte. Die Gefahr einer Vermischung derscheidenden Grenzen war um so größer, als auch bei der Vielgöttereidie Ahnung einer über den Göttern stehenden einheitlichen Macht mehroder minder deutlich bestand, wodurch sich an die Stelle des Begriffesvon Gott die dunkle Vorstellung eines wesenlosen Urgrundes der inden einzelnen Göttern sinnbildlich dargestellten Naturmächte eindrängenkonnte. Einen Schutz hiergegen gewährte in den letzten Zeiten desägyptischen Aufenthaltes nur der Druck, den die feindselige Gesinnungder Aegyptier auf die Israeliten legte. Mit diesem Schutze aber warenauch wieder die nachtheiligen Folgen einer tyrannischen Behandlung,Erniedrigung des Sinnes und Unfähigkeit zu geistiger Erhebung, ver- ibnnden. Der Auszug aus dem Lande der Knechtschaft war der nächsteSchritt, den das Volk auf dem Wege zu seiner Bestimmung that. Hier-zu war ihm ein Führer nöthig, der mit ungewöhnlichen Kräften ausge-stattet, das Volk zu einem seiner Bestimmung entsprechenden Gefühleerweckte. Diesen erhielt es in Moses, der, durch besondere Fügungunter dem Einflüsse ägyptischer Weisheit erzogen und doch als Fremd-ling aus dem Kreise ägyptischen Lebens ausgestoßen, in sich die Be- !dingungen zu der für das Werk der leiblichen und geistigen Befreiungerforderlichen Ueberlegcnheit vereinigte. Ein vierzigjähriger Aufenthaltin der Wüsteneinsamkeit des nördlichen Arabiens, der ihn von dem Ge-wirre des ägyptischen Lebens trennte und, wie er ihm die Genüsse fei-nerer Cultur entzog, ein Bedürfniß nach höherer Befriedigung in ihm er-regte, war seine Vorbereitung. Gott offenbarte sich ihm durch dieStimme aus dem brennenden Dornbüsche. In dieser Offenbarung be- ^zeichnet sich Gott mit den Worten: Ich bin, der ich bin, im Gegen-satz zu den das Wesen der Gottheit verflüchtigenden Vorstellungen desHeidenthums, als lebendigen, persönlichen Gott, als welcher er späterden Namen Jehova erhalten hat. Er ertheilt dem Moses den Auftrag,das Volk nach Kanaan zu führen und zeigt dem an die Bildersprache ^Aegyptens gewöhnten Sinne in dem Bilde des brennenden Busches den