Die Phönicier.
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maß. Nur der Besuch der au der afrikanischen Küste gelegenen InselCerne, in der man Madera oder eine der kanarischen Inseln vermuthet,und der Kafsiteriden oder Zinninseln, die inan in den an der Südwest-spitze Britanniens gelegenen sorlingischen oder Scilly-Jnseln erkannt hat,war das Ergebniß besonders kühner Versuche oder glücklicher Zufälle,wie die Griechen das Uebersetzen von Kreta nach Cyrene aus die Nach-richt von einem Ereigniß, das einen Schiffer wider Willen dahin ge-führt, gewagt haben sollen. An der afrikanischen Küste bis zu der zwölfTagereisen von Gades entfernten Insel Cerne wurden auch Handels-niederlassungen oder Factoreien gestiftet, die später karthagisch wurden.Dunkle Kunde von den westwärts der Küste gelegenen Inselgruppenhaben die Sage von den dortigen glücklichen Inseln veranlaßt, aufwelchen eine freigebige Natur ohne Mühe die reichlichsten Gaben spende.Auch die Meinung, daß im Oceau eine Insel Atlantis gelegen, die je-doch nicht mehr zu finden sei, muß wohl mit den Nachrichten von deroceanischen Schiffahrt zusammenhängen. Noch hat die Kunde von demdurch Phönicier verbreiteten Bernstein zu der Vermuthung geführt, daßsie auch die Gestade des baltischen Meeres, an welchen er heimisch ist,aufgefunden hätten. Auf ihren Fahrten im Ocean hatten sie keine Ne-benbuhler und sie selbst sorgten durch grausenhafte Erzählungen von dendort angetroffenen Wundern dafür, die Scheu vor einer Nachahmungihrer Unternehmungen zu verbreiten.
7. Die Religion des thätigen und beweglichen Volkes zeigt Zu-sammenhang mit den Religionen der Hauptvölker des inneren Asiens.Bestandthcile der assyrischen und babylonischen finden sich in ihr ver-einigt und die Uebereinstimmnng mit der erstercn läßt sich einem indunkeln Zeiten durch die Assyrier auf das ganze westliche Asien geübtenEinflüsse zuschreibcn, während die Uebereinstimmung mit der letzteren sichauch als eine Folge der Verwandtschaft zwischen den hamitischen Phö-niciern und den hamitischen Chaldäern in Babylon oder als eine Folgedes beiden Völkern gewordenen semitischen Gepräges ansehen läßt.Somit findet sich bei den Phönicier» der Dienst der als Götter aufge-faßtcn Naturkräfte, namentlich der großen himmlischen Lichter. DerBaal oder Belus der Babylonier findet sich hier auch dem Namen nachwieder und neben ihm steht, wie dort Mylitta, so hier Astarte, hierwie dort durch Zügellosigkeit und Ausschweifung, die zu einem Theiledes Gottesdienstes erhoben sind, geehrt. Ein großer Kreis von Götterngestaltete sich dadurch, daß diese Gottheiten in bestimmten Aeußerungs-weisen ihrer Wirksamkeit wieder als besondere Götter gefaßt wurden.Eine solche Gottheit ist der Schutzgott von Tyrus und seinen Colonieen,Melkarth, der Stadtkönig genannt. Er führte, so dachten die Phönicier,ihre Fahrten in die Ferne und dadurch übertrug sich auf ihn der Be-