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Die Phönicicr.
griff des Wandernden und mit Naturgewalten Ringenden, indem dasVolk Züge seines Wesens dem Gotte lieh. Die Griechen hat ihre Be-kanntschaft mit den auf ihn bezüglichen Sagen zu der Entdeckung einerÄhnlichkeit zwischen ihm und ihrem Herakles geführt und so haben sieihm nicht nur ihres Gottes Namen beigelegt, sondern auch ihre Sagenvon den Wanderungen des Herakles in der Wcstwelt unter dem Ein-flüsse der Sagen vom tprischen Melkarth ausgebildet. So haben auchdie Berge Abyla und Kalpe, zwischen welchen das Mittclmeer sich zumOcean öffnet, den Namen von Säulen des Herakles daher erhalten,daß cs der Melkarth war, der diesen Weg geöffnet und seine Phönicierhinausgeführt. In einer anderen Auffassung, als zerstörende Kraft, heißtBaal auch Moloch und ihm, als einem Dämon des Feuers, werdenMenschenopfer gebracht, die auch in Carthago zu Hause waren und dortlänger als im Mutterlande im Gebrauche blieben. Besonders wurdenKinder auf den Altären des Moloch oder in den Armen einer erhitztenehernen Bildsäule des Moloch verbrannt. Diese Opfer sind die Wir-kung eines nicht mehr in seine Bestandtheile zu zerlegenden Jrrthums,der, an die Stelle verloren gegangener Erkenntniß getreten, Vorstellun-gen enthielt, die sich aus dunkler Ahnung von Wahrem und gänzlicherAbweichung von demselben gebildet hatten. Die Gedanken an die Lau-terkeit der kindlichen Natur, an die Pflicht, die göttliche Macht durchHingebung des Theuersten zu ehren, die Befreiung der Seele durchden Tod, verbunden mit einer Ahnung der Unsterblichkeit, mag man sichals zusammcnwirkende Ursachen denken, die bei der verzerrten Vorstellungvon göttlicher Macht zu dieser finstern Verirrung trieben. Die Rohheitder Gottcsverehrung, auf welche hiernach zu schließen ist, deutet aufeine Unfähigkeit des Volkes hin, religiöse Begriffe zu entwickeln und derReligion diejenige Beziehung auf Veredlung deS menschlichen Lebens zugeben, zu der selbst falsche Religionen noch tauglich sein können. DerDrang nach Abenteuern und Gefahren, Gewinn und Genuß, beherrschtedas Volk bis zur Unterdrückung der höheren Kräfte der Seele undließ Herkömmliches in roher Starrheit fortbestchen, ohne es zum Trägeredlerer Gefühle, tieferer Gedanken zu machen. Dem Gebiete der Re-ligion gehören auch die Sagen von der Entstehung der Welt an, welcheein alter phönicischer Schriftsteller, Sanchuniathcn aus Berytus, als An-fang einer Geschichte seines Landes in einheimischer Sprache ausgezeich-net hat und wovon, während von dem geschichtlichen Theile des Werkeskeine Spur geblieben, Einiges durch den Bischof Eusebius aus einemWerke des Philo von Bpblus angeführt ist. Der Gewinn, welcher ausdiesen Anführungen für Kenntniß der phönicischen Religion zu ziehen,ist gering. Wären diese Reste ächt, d. h. wären sie wirklich Theileeiner von Philo aufgefundencn uralten religiösen Ueberliefernng, so