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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Phönicier.

eine lyrische Stiftung. Die Balearen und Pilyusen boten die an Spa-niens Küste fehlenden Häfen und die Stützpunkte für Erwerbungen indiesem Lande. Auch Melite und Corfika hatten phönicische Ansiedelun-gen. Spanien war für Phönicien das Land des Silbers und die haupt-sächlichste Quelle des Reichthums und der Macht von Tyrus. DieLandschaft Turdiranien, die den westlichen Theil des heutigen Andalusiensausmacht, war Phönicisch und auf dieselbe deuten der griechische NameTartesfus wie der biblische Tharschisch. Die älteste und bedeutendsteColouie war das um 1100 vor Ehr. Geb. entstandene Gades außerhalbder Meerenge, das selbst wieder das Haupt eines Städtebundeö in derUmgegend wurde. Daß das phönicische Element hier eine große Ver-breitung gewonnen, erklärt sich aus der großen Nähe Afrikas, vonwo ein Theil der Niederlassungen ausgegangen ist, so daß zwei Gattun-gen phönicischer Niederlassungen, libyphönicische und lyrische, dort anzu-nehmen sind.

6. Haben die Phonicier mit ihren Colonieen die westlichsten Gren-zen des Gebietes erreicht, auf welchem die vorchristliche Geschichte ihrenSchauplatz hat, so sind sie mit ihren Entdeckungs- und Handelsfahrtenüber dieses Gebiet hinausgegangen. Es ist dieses nicht überraschender,als ihr Durchmessen des Mittelmeers nach allen Richtungen. GrößereSchwierigkeiten, als es hatte, von Phönicien aus Spanien zu erreichen,waren auch mit ihren oceanischen Fahrten nicht verbunden. DieFahrt nach Spanien blieb im Ganzen Küstenschiffahrt. Sie opferteeinen großen Zeitaufwand der Sicherheit, die bei dem damaligen Zu-stande der Schiffahrt, namentlich ohne den Compaß, nur in dem Ver-folgen der Küste gefunden werden konnte. Die Reise von Tyrus nachGades erforderte eine Zeit von etwa achtzig Tagen. Daß die Fahrtquer über das Meer eine Schwierigkeit hatte, deren Besiegung dieGriechen durch den Besuch Aegyptens und durch Gründung der Nieder-lassungen in Sicilien, Cyrene und Massilia erst zu einer Zeit begannen,wo das westliche Becken des Mittelmeeres den Phöniciern schon eigengeworden war, mag dort allein das Durchkreuzen beider Nationen ver-hindert haben, das die Phönicier aus dem ägäischcn Meere vertrieb.Reizte doch die Kunde von der Fahrt, die im siebenten Jahrhundert einSamier, Namens Koläos, auf der Reise nach Aegypten verschlagen, biszu dem Wcstende des Mittelmeeres gemacht hatte, nicht zur Nachahmung.Die Phönicier konnten den Westen leichter erreichen, als die Griechen,die entweder von Kreta ans nach den Syrtengegenden oder von Cor-cyra aus nach Sicilien hinüber zu steuern hatten. Im Ocean war dasMaß der Schwierigkeiten kein anderes und die so viel weitere Entfer-nung von der Heimath kam nicht in Betracht, da die Vorstellung derSeefahrer wohl nur die Entfernung von Gades, nicht die von Phönicien