Dic Phönicier.
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Sprache verloren und nur in Verfassung und Sitte sidonisch gebliebenseien. Hieraus ergibt sich, daß die Ansiedler den Einheimischen gegen-über an Zahl uuverhältnißmäßig gering gewesen sind, aber doch das-jenige geistige Uebergewicht besessen haben, welches sie in den Standsetzte, der Stadt ein sidonischeö Gepräge zu geben. Bedeutender aberals alle ist Carthago, das im Laufe der Zeit das Haupt aller wurdeund einen großen, Länder und Meere beherrschenden Staat in dieser West-welt gründete. Die Geschichte dieses Staates ist mit der Geschichteder griechischen Staaten auf Sicilien und der Römer verflochten. Sei-nem Ursprünge nach ist Carthago sidonisch und tyrisch in der Art, daßdie erste Niederlassung, Kakkabe oder Kambe genannt, von den Sidoniern,die neue, Carthago oder Neustadt genannt, in welcher die Burg Bprsa alsRest der alten fortbestand, von den Tyriern herrührt. Die Lyrische Stiftungunter der Königstochter Elissa ist in Folge innerer Zerwürfnisse in Ty-rus erfolgt. Die Auswanderer gehörten der priesterlich-aristokratischenPartei an, welche der Volkspartei wich. Der verstorbene König hatteder Tochter und dem minderjährigen Sohne Pygmalion die Regierunggemeinschaftlich und der erstern ihren Oheim Sicharbaal zum Gattenbestimmt. Die Volkspartei hinderte, um nicht die aristokratische Parteierstarken zu lassen, die Ausführung des Beschlusses und machte Pygma-lion zum Könige. Der Auszug der Häupter der Gegenpartei gestattetedem Volke eine Vermehrung der Macht, welche eine fernere Aus-wanderung zur Folge hatte, so daß sich die Sage bildete, die spä-tere Bevölkerung von Tyrus habe nur aus Nachkommen von Sklavenbestanden. Die Lyrische Gründerin von Carthago aber, die, als demin Tyrus herrschenden Sidonierstamme angehörig, auch Sidonierin heißt,wurde in der Folge init der Göttin verwechselt, die in der Stadt unterdem Namen Dido als die Gründerin der ersten Niederlassung verehrtwurde und an welche sich vermöge ihrer mythischen Bedeutung als einerLichtgöttin die Sage von der Selbstverbrennung geknüpft hat. In Folgedieser Verwechselung wurde die Stisterin der Stadt Dido genannt unddie Verehrung der Göttin Dido als eine der Stadtgründerin erwieseneEhre gedeutet. Der karthagische Staat wuchs, wie der tyrischc sank.Die Schläge, welche in der Zeit der babylonischen und ägyptischen An-griffe Tyrus betrafen, führten dem Tochterstaat in Hanno einen Ordnerseines Staatswesenö zu, der die Carthager aus Tyriern zu Libyernmachte und den Grund zu ihrer über und um das westliche Berken desMittelmeeres ausgebreiteten Macht legte. Die noch übrigen phönicischenColonialländer, die in der Folge ebenfalls dem karthagischen Staate an-heimfielen, sind Sardinien, die balkarischen und pityusischen Inseln undSpanien. Sardinien, durch seine Bergwerke wichtig, war von den west-lichen Colonialländern her viel besucht und die Hauptstadt Caralis war