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Die Phönicier.
im Westen, den phönicische Niederlassungen erreichten, war Cypern.Hier hatten in ältester Zeit schon kanaanitische Stämme sich niederge-lassen, von denen die Städte Citium und Amathus herrührten. Späterstand Cypern unter phönicischer, zuerst sidonischcr, dann Lyrischer Herr-schaft, bis es an die Aegyptier verloren ging. Im Bereiche des ägäi-schen Meeres finden sich auf Rhodus, Creta, Thera, Melos und ThasosSpuren, daß»einstens phönicischer Einfluß sich hieher erstreckt hat. Thasoswar durch seine Bergwerke wichtig und bildet einen Zwischenplatz fürHandel nach Thracien, wo Bergwerke am Pangäns von den Phöniciernzuerst in Betrieb gesetzt worden sind, und nach dem schwarzen Meere,an dessen Küsten phönicische Anlagen genannt werden. In diesen Ge-genden wich der phönicische Handelsgeist aber bald den sich in Colonieenmächtig ausdehnenden Griechen. An der Südküste Kleinasiens läßtzwar eine Menge semitischer Namen dereinstige phönicische Niederlassun-gen vermuthen, aber eine bestimmte Kunde von solchen ist nicht vorhan-den und, wenn sie bestanden, mögen Umstände, die unbekannt sind, hierein Zurückweichen der Phönicier veranlaßt haben. An der gegenüber-liegenden afrikanischen Küste schloß Aegypten alle fremden Ansiedleraus und die Syrtengegenden, an Wassermangel leidend und von rohenlibyschen Nomaden durchzogen, waren zu nnwirthlich, um solche anzu-locken, während das zwischen der großen Syrte und Aegypten gelegeneLand Cyrene, das in verhältnißmäßig später Zeit Griechen einnahmen^für die Phönicier nur um Aegyptens willen wichtig sein konnte, mitden: sie schon von der andern Seite her in Handelsverbindung standen.Auf weiterer Fahrt nach Westen boten die Küsten Siciliens und diemaltesische Inselgruppe Gelegenheit zu Niederlassungen. Da jedoch seitder zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts vor Ehr. Geb. griechischeColonieen in Sicilien entstanden, zogen sich die Phönicier auf einzelnefeste Plätze zurück, zumal sie von dem schon damals durch Assyrien be-drängten Mutterlande keine Hülfe zu erwarten hatten. Bei der Aus-breitung der karthagischen Macht wurden diese Plätze Ausgangspunkte fürderen Eroberungen auf der Insel. Zahlreich und von Bestand wardagegen eine große Reihe phönicischer Colonieen an der Ostscite derkleinen Syrte und an der ganzen afrikanischen Nordküste vom hermäi-schen Vorgebirge bis in den Ocean hinaus. In diesen durch Frucht-barkeit ausgezeichneten Gegenden wurden die phönicische» Niederlassungenso zahlreich, daß bedeutende Länderstrecken unter deren Botmäßigkeitkamen und aus der Verbindung von Phöniciern mit den eingebornenLibyern eine gemischte libyphönicische Bevölkerung erwuchs. Unter vie-len gehören Leptis, Hadrumetum, Ntika, Tunes, Hippo hieher. Wasvon Leptis berichtet wird, mag auf viele dieser Colonieen Passen, daßdie Nachkommen der Ansiedler im Verkehr mit den Einheimischen ihre