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Die Aegyptier.
und endlich das Becken ausgefüllt Hai, während das ganze Land sichbis zn einem Grade erhöhte, daß jenes künstliche Mittel, der zu großenGewalt der Neberschwemmung zu wehren, entbehrt werden konnte. Dienächste große Regierungsveränderung in Aegypten ging von Acthiopienaus. War unter den Namessiden Aethiopien unter ägyptischer Herr-schaft, so traten im achten Jahrhundert Könige desselben als BeherrscherAegyptens aus, die 25. Dynastie des Manetho, neben welcher vielleichteinheimische Könige in einem Theil des niederen Aegyptens sich erhiel-ten. Drei Könige, Sabako, Sevechus, Tarakus oder Thirhaka zähltdie äthiopische Dynastie, und von ihnen wird der erste für einen unddenselben mit dem biblischen So gehalten, mit welchem der König Ho-seas von Israel sich fruchtlos gegen die Assyrier verbindet. Sie soll dieHerrschaft über Aegypten freiwillig aufgegeben haben. Jedenfalls ist eine Ur-sache der neuen Regierungsveränderung nicht bekannt. Ebenso unbekannt istdie Ursache der Erscheinung, daß sich nach Abzug der Aethiopier einPriester des Gottes Ptah oder Phtha, Sethos, der Herrschaft bemächtigt.Diese Neuerung deutet auf eine vorausgegangene Erschütterung der öffent-lichen Zustände und in Uebereinstimmung damit steht die Feindschaft derKriegcrkaste gegen den neuen Herrscher. In diese Zeit fällt der Ein-fall des assyrischen Königs Sanherib in Aegypten, dem Sethos, vonden Kriegern verlassen, mit einem Heere von Handwerkern und §rä- !
mern cntgegentritt, den er aber plötzlich umkehren sieht, weil, wie dieAegyplier später erzählten, Feldmäuse dem assyrischen Heere Köcher, Bo-gen und Schildgriffe zernagt hatten, wie die heilige Schrift aber meldet,weil der äthiopische König Thirhaka, dem die Gefahr Aegyptens eineeigene scheinen mochte, gegen ihn im Anzuge war. Die Verwirrung jdauerte nach Sanheribs Rückkehr und SethoS' Tode fort. Die Kriegcr-kaste erhob sich wieder, aber es kam nicht sofort zur Herstellung der ^Ordnung, sondern zwölf Führer der Krieger vertrugen sich mit einanderzu gemeinschaftlicher Beherrschung des Landes, das sie in zwölf Gebietezertheilten. Als Denkmal ihrer Herrschaft wird ein am See Möriserrichtetes ungeheures aus zwölf Palästen bestehendes Gebäude, das La-byrinth, angegeben, das eine Zahl von 3000 Gemächern, zur Hälfteüber und zur Hälfte unter der Erde, nebst Höfen, Säulenhallen undGängen enthielt. Die künstliche Einheit der zwölffachen Regierung,wenn auch durch Verschwägerung der Herrscher gestützt, war nicht vonDauer und es bereitete sich eine Umwälzung vor, durch welche dasägyptische Leben einen andern Charakter erhielt und das Reich für einigeZeit einen neuen Aufschwung nahm. Die Eintracht der zwölf Herrscherwurde gestört durch die Besorgnisse, welche einer von ihnen, Psammctich,den übrigen einflößte und ihre Maßregeln, sich seiner zu entledigen, ver-halfen ihm zur Alleinherrschaft, indem sie ihn zum Kampfe reizten. Eine