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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Aegyptier.

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griechische Erzählung über den Verlauf dieser Dinge belehrt uns, wiedie Aegyptier oder, wenn die Erzählung griechischen Ursprungs seinsollte, die Griechen den Gang der Begebenheiten als von den Götternvorauögewußt und demnach das Streben der Menschen, denselben zu be-stimmen, als vergeblich auffaßten. Der Glaube an das Vorherwissender Götter erzeugte den Glauben an eine den Priestern gewisser Tem-pel eigne Fähigkeit das Künftige zu verkünden. Diese Weissagungenund die Anstalten, von welchen dieselben auögingen, heißen Orakel, unddie Griechen sind reich an Erzählungen von Fällen, in welchen rätsel-hafte Aussprüche der Orakel erst bei der Erfüllung verstanden wurdenund ungeachtet ihrer Unwahrscheinlichkeit sich der menschlichen Kurzsich-tigkeit gegenüber als richtig erwiesen. Den zwölf Herrschern war ge-weissagt worden, daß demjenigen von ihnen, der einst aus eherner Schaleopfern werde, die Alleinherrschaft bestimmt sei. Dieser Auöspruch schiender Erfüllung nahe zu sein, als einstens, weil der Priester den Herr-schern statt zwölf goldener Schalen nur elf gebracht, Psammetich sichseines Helmes zum Opferguß bediente. Sich gegen ihn zu sichern, ver-bannten die übrigen ihn in die Marschgegcnden. Wenn, wie berichtetwird, Psammetichs gleichnamiger Großvater Stifter der Saitischen Dy-nastie gewesen und dessen Sohn und Nachfolger Necho von Sabako oder,da dieser Name allen dreien äthiopischen Königen beigelegt wird, vonThirhaka ermordet worden und der zweite Psammetich vor Thirhaka nachSyrien geflohen und nach dem Ende der äthiopischen Herrschaft zurück-gekehrt ist, so liegt es nahe, sich seine Familie als Könige eines kleinenBezirkes unter äthiopischer Oberhoheit vorzustellen und der zweite Psam-metich mochte dann den elf übrigen Herrschern vor Allem durch denBesitz ererbter Ansprüche gefährlich scheinen. Nicht weit von Sais undnicht weit von der sebcnnytischen Nilmündnng in der Stadt Buto wardas angesehenste Orakel Aegyptens, einer Gottheit gehörig, welcher dieGriechen nach einer ihr ähnlichen unter den ihrigen den Namen Letogeben. Hier suchte Psammetich Rath und erhielt die Antwort, ihm werdedurch eherne Männer von der See her Hülfe werden. Die Weissagungerfüllte sich durch eine Landung erzgerüsteter Ionier und Karier, die,auf Beutezügen nach Aegypten gelangt, sich von Psammetich in Soldnehmen ließen und ihm zum Siege über die elf Fürsten verhalfen. Dieentscheidende Schlacht war bei Momemphis am östlichen Rande desMareotischen Sees im Jahre 670. Diejenigen von den Besiegten, welchenicht im Kriege umkamen, flohen nach Libyen und die Dynastie der saiti-schen Könige war in der Herrschaft über Aegypten durch eine auslän-dische Hülfe von der Seite her, wo Aegypten dem Auslande immer un-zugänglich gewesen, befestigt. Möglich, daß das, was die Erzählung ineinen Moment zusammendrängt, Werk einer längeren Zeit gewesen und