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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Aegyptier-

theils phonetisch, die Laute des Wortes einzeln mittelst akrophonischerd. h. in den Anfangsbuchstaben des Namens mit dem zu schreibendenNamen übereinstimmender Zeichen ausdrückend. Ist die Vermischung derverschiedenen Methoden ein großes Hinderniß der Deutung, so liegt einnicht geringeres Ln der Willkühr, welche bei den symbolischen und Pho-netischen Hieroglyphen herrscht. Bei dem symbolischen Gebrauche gibtes jedesmal der Gegenstände viele, welche in einer Beziehung zu demGegenstände des Zeichens stehen und von der oft sehr schwierigen Auf-findung der Beziehung bleibt doch die Erkenntnis- des Zeichens abhängig.Eine nicht minder große Auswahl von Zeichen steht bei Anwendungphonetischer Hieroglyphen zu Gebote, da vieler Dinge Namen den An-fangsbuchstaben mit dem Namen des zu bezeichnenden Dinges gemeinhaben können und die Aegypter den Schritt, welchen die Phönicier ge-than, noch nicht gethan hatten, für jeden Laut das Ding, dessen Namenseinen Anfangsbuchstaben dazu hergeben sollte, ein für allemal festzustellen.

4. Die ägyptische Verfassung hat zur Grundlage eine Kastencin-theilnng, wie in Indien. Sie ist also ein Erbthcil aus einer Zeit, woeine aus religiösen Auffassungen hergeleitcte Regel das ganze Lebendurchdrang. Was im westlichen Asien, wenn es dort einst bestanden, vonder Kriegslust der Herrscher zertrümmert worden, wurde in Aegyp-ten bis in geschichtlich erhellte Zeiten bewahrt. Nur erscheint die inIndien und Mcroe erhaltene Herrschaft der Priester in Aegypten inso-fern gebrochen, als eine kriegerische Königsmacht sich überwiegend thätigzeigt und dem Priesterthum nur den Vorrang des Ansehens vor denKriegern läßt, der sich mittelst des durch Kenntnisse geübten Einflussesungeschmälert behauptete. Bei der auch der ägyptischen Religion eigenenGrundlage der Naturverehrung und Naturvergötterung war die durchdas Bedürfniß geforderte Astronomie ein Hauptbestandtheil des Priester- ^lichen Wissens und wurde, wie in Babylonien, von Astrologie begleitet. ^Die Geometrie genoß gleichfalls, nach einer in den Landesverhältnissen ^liegenden besonderen Nöthigung, bei ihnen eine Pflege, deren Ergeb- inisse aus die Griechen übergingen. Ganz besonders mußten die Priester .in einem die Gegensätze von Leben und Tod so nahe aucinanderrücken-den Lande auch als Inhaber der Heilkunde bedeutend sein, deren Aus- ^Übung zwar bestimmten, den .Fortschritt der Wissenschaft hemmendenVorschriften unterlag, sie jedoch in Asien, wo die babylonischen Priester ^einem derartigen Bedürfnisse nicht abhalfen, berühmt und gesucht machte.Ueberhaupt muß die Vielfältigkeit des Bedürfnisses, welches von dempriesterlichen Wissen seine Befriedigung erwartete, verbunden mit derdem Lande und Volke eigenen Abgeschlossenheit, als Ursache für dieDauer einer Verfassung, deren Grundpfeiler das Priesterthum war, an- >gesehen werden. Gleich den Priestern gehörte auch die Kriegerkaste dem