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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Aegypticr.

ein so hohes Alter angewiesen, daß ihre Anfänge nahe an die Urge-schichte der Menschheit zu rücken scheinen und daß die Frage entsteht,ob nicht, wenn ihre Erforschung und Deutung weiter gediehen, sich einsetzt ungeahntes Licht über die Anfänge der Völkergeschichte überhauptverbreiten werde.

3. Woher das Volk dieses Landes gekommen und wann seine Ge-schichte als eines für sich abgeschlossenen begonnen, das sind Fragen, die sichnach dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft nnr mit allgemeinenVermuthungen beantworten lassen. Die Sprache, die sonst auf solcheFragen Andeutungen gibt, hat hier noch wenig Ausbeute geliefert. DieSprache des alten Aegyptens ist diejenige, aus welcher die kirchlicheSprache der jetzigen ägyptischen Christen, die koptische, sich entwickelt hat.Sie hat, soweit ihre Erforschung gelungen, sich als ein zwischen densemitischen und indogermanischen Sprachen liegendes Mittelglied ausge-wiesen, ohne eine nahe Verwandtschaft des Volkes mit irgend einem anderndarzuthun. Gleichartige Kunstdenkmäler und gleichartige Verfassung ver-rathen zwar einen Zusammenhang mit dem im Aethiopenlande zwischen demblauen Nil oder Astapus und dem Atbara-Tacazze oder Astaboras gele-genen Staate Meroe. Einerseits aber ist die Frage, welches von denbeiden Ländern das Mutterland des andern sei, verschieden beantwortetund anderseits bleibt die Frage nach der gemeinsamen Herkunft derbeiderseitigen Bevölkerung übrig. Nur Indien, wie Aegypten ein Landkolossaler Baudenkmale, dessen Bevölkerung auch durch Religion undVerfassung der ägyptischen ähnlich ist, bietet sich als muthmaßlicher Aus-gangspunkt der Wanderung dar, welche Aegypten und Meroe die Er-bauer seiner Denkmäler zugeführt hat, während eine von diesem kauka-sischen Stamme Vorgefundene und unterworfene negerartige Bevölkerungauf näherem Wege die Sitze der ursprünglichen Menschen verlassenhaben kann. Den Anfang der ägyptischen Geschichte setzt Manetho nachseinen Quellen in einer Art, wie die Inder thun, mittelst einer Anzahlastronomischer Perioden oder Cyklen, die er für die Dauer derselbenin Anspruch nimmt, um eine ungeheure Reihe von Jahren rückwärts,indem er 24,837 Jahre lang das Land von Göttern und Halbgötternbeherrschen läßt und den ersten menschlichen König Menes, dem dieGriechen Austrocknung des Landes, Ableitung des Flusses und Erbauungvon Städten zuschreiben, in einer Zeit folgen läßt, die nach Maßgabeder für seine Nachfolger angegebenen Zeiträume 5702 Jahre vor Ehr.Geb. beginnen müßte. Da nämlich von den Jahren, nach welchen dieAegyptier rechneten, 1461 auf 1460 Manische Jahre gingen, scheinen ^die Quellen des Manetho eine Zeitrechnung befolgt zu haben, die bisin das I. 139 nach Ehr. Geb., wo eine der genannten Perioden endete,deren 21 für die ganze Dauer der ägyptischen Geschichte hatte, indem