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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Acgyptier-

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von ungeheuren Säulen getragen werden und zu welchen kunstreicheThoreingänge führen. Die Wände der Gebäude steigen, als ob sie eineNachahmung von Bergwänden sein sollten, schief empor und die Kapitäleder Säulen ahmen in ihrer Form den Kelch der Lotosblume nach.Säulen und kolossale Standbilder liegen umgestürzt und zerbrochen um-her und im Räume einzelner Gebäude haben ganze Dörfer sich angebaut.Hier finden sich die Obelisken, hohe Spitzsänlen, jede aus einem Steinegehauen. Hier findet sich zu Hunderten in kolossalem Maßstabe dieSphinr, ein Wesen mit aufgerichtetem menschlichem Kopfe auf liegendemthierischcn Leibe, ein Sinnbild des an den Dienst der Natur gebun-denen, mühsam mit dem Geiste sich aus dieser Unterwürfigkeit emporrin-genden Menschen. Eine aus solchen Standbildern gebildete Doppelreihezählt deren noch sechshundert. An der Westseite des Nils breiten sich,wie Trümmer und Reste einer Todtcnstadt, Grabdenkmäler und Ka-takomben aus. Bei einem der Grabdenkmäler findet sich unter zweisitzenden Kolossen einer, den die Griechen das Standbild des in ihrerSagenwelt vorkommenden Mcmnon nannten und dem sie die Eigenschaftzuschriebcn, daß er bei ausgehender Sonne klinge. In den Katakomben,die in langen nach allen Richtungen laufenden Gängen in das Innereder libyschen oder westlichen Bergkette gehauen sind, ruhen einbalsamirtund wohl erhalten als Mumien die Leichen von Tausenden der Bewoh-ner des alten Aegyptens. Die Gegend von Memphis in Mittelägyptenzeigt nach der Grenze hin, wo die Wüste an das bewohnbare Landstößt, die Pyramiden, viereckige, spitz zulaufende Gebäude, vierzig an derZahl, das größte 480 Fuß hoch, deren Inneres als Grabstätte derKönige gedient zu haben scheint. Sie waren für die flachere Gegendvon Memphis Nachahmungen natürlicher Grüfte und der über denselbensich thürmenden Berge und gaben, was bei ihrer Anlage ein zweiterZweck gewesen sein mag, dem Lande auch Schutz gegen den von derWüste hergcwehten Flugsand. Im Inneren vieler Gebäude verschiede-ner Art finden sich außer den durch Bildnerei in erhabener Arbeit ge-schaffenen Wandverzierungen auch Malereien, deren Zeichnung und Farbesich in der die Verwitterung nicht fördernden Luft des Landes wohl er-halten haben. Diese Malereien sind gefärbte Zeichnungen ohne eineKunst der Schattirung und ihre Gegenstände sind ähnlicher Art, wie beiden in dem Schutte von Ninive ausgegrabencn Werken erhabener Arbeit,so daß in ihnen zum großen Theil Denkmäler von Leben und Thatenalter Beherrscher zu erkennen sind. Alle diese Werke der Kunst sindredende Zeugen eines weit ausgebildeten Kunstsinnes und einer vielfäl-tigen Geschicklichkeit. Der hierdurch nachgewiesenen Bildung wird aberdurch das Alter der Werke in Verbindung mit der durch sie gefordertenAnnahme einer Reihe von Jahrhunderten des allmäligen Wachsthums