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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Die Acgypticr.

Schlamm der verschiedenen Jahresüberschwemmungen übereinander unddas Delta, der ergiebigste Theil des Landes, ist ans einer Meeresbuchtzu einer Marschgegend, aus einer Marschgegend größtentheils zu festemBoden geworden, den die äußersten Arme des Flnßnetzes, der von Pe-lusimn im Osten, der von Kanopus im Westen, ehemals die hauptsäch-lichsten, jetzt für die Schiffahrt durch zwei innere, den östlichen vonSebennps und Damiette, den westlichen von Bolbitine und Rosette er-setzten Arme, umschlossen. Im Gegensätze zu der Glück verbreitendenThätigkeit des Flusses sah der Aegyptier zu beiden Seiten eine feindlicheUmgebung. Gegen Westen hatte er sich des Flugsandes und der Sand-dünen zu erwehren, von Osten bedrohten die Söhne der Wüste jenseitsder Landenge ihn mit Raub und Zerstörung. Das Meer ohne Ebbe undFlut an der Nordküste lockte Blick und Gedanken nicht in die Ferne,beide kehrten sich vielmehr der Gegend zu, woher der Fluß seine Neich-thum spendenden Fluten sandte. Die Arbeit aber, durch welche er zurGewinnung dieses Reichthnms mitzuwirken hatte, prägte tief in seineSeele den Gedanken an die Abhängigkeit seines Lebens von der Natur,unterwarf all sein Thun einer unerbittlichen, die Thätigkeit freier Wahlnicht gestattenden Regel, gewöhnte ihn an eine Hingebung und eineAusdauer, die dem Willen der auch ihrerseits von gegebenen Regelnbeherrschten Herrscher eine sonst nirgendwo erreichte Macht über dieKräfte der Unterthanen verliehen. So blieb er den übrigen um dasMittelmeer wohnenden Nationen ein angestaunter Fremdling und in demMaße als er, dem ursprünglichen Gesetze seines Lebens entsagend, demMeere sich vertraulich näherte, den Schwerpunkt des Staates in die Nach-barschaft der Küste rückte und den Kreis der Anwohner des Mittel-meeres schloß, hörte er auf, Aegpptier zu sein.

2. Wie im Gegensätze zu den benachbarten großen Reichen in Asiendas Leben Aegyptens lange ein ungestörtes gewesen ist, zeichnet sich dasLand auch dadurch ans, daß den vereinzelten Nachrichten der heiligenSchrift und der Griechen und einem zur Zeit griechischer Herrschaft durchden Priester Manetho gemachten Versuche, das Andenken der Herrschafts-wechsel nach einheimischen Aufzeichnungen herzustellen, ein auch im Zu-stande der Zerstörung noch unermeßlicher Schatz von Denkmälern derBaukunst und Bildnerei erläuternd und ergänzend zur Seite tritt. NurIndien kann Denkmäler aufweisen, welche an die ägyptischen durch ihreGröße erinnern. Wenn sich die von Indien aber nur an wenigen ein-zelnen Stellen des großen Landes finden, so zeigen sich die von Aegyp-ten in großen Massen und ungeheurer Zahl. In Oberägyptcn ist esdie Gegend von Theben, in Mittelägypten die von Memphis, wo sichdas Bedeutendste in größter Menge vereinigt. Zu Theben ssehen ander Ostseite des Nils Trümmer von Tempeln und Palästen, deren Dächer