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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte. zz

Feinheit der Sitte und des Denkens rohe Völker entwildernd. Zngleicher Weise, wie es sich zu jeder von bloß menschlichen Ausgangs-punkten erreichbaren Vortrefflichkeit erhebt, ist es auch freigebig, dieseVortrefflichkeit vor der Nachwelt zu entfalten. Denn dem Reichthumredender Denkmäler, die es hinterlassen, entspricht die Aufmerksamkeit,welche es den nachfolgenden Nationen eingeflößt und durch welche esdieselben zur Bewahrung jener Denkmäler genöthigt hat, um von dem,was sein Sinn entdeckt und geschaffen, zu fernen und fernsten Geschlech-tern zu reden. Doch derselbe Zug zu dem individuellen Leben, demjene reichen Blüthen zu danken sind, entzündet auf dem staatlichen Ge-biete einen mit Vernichtung des griechischen Staatslebens endenden Kampsder gesonderten Mächte gegen einander und spaltet auf dem wissen-schaftlichen Gebiete die nach Erkenntniß suchenden Kräfte in eine Vielheitvon Richtungen, die über die Zeit eines selbstständigen griechischen Lebenshinausreichend, mit dem Aufgeben des Glaubens an eine durch mensch-liche Kräfte zu erforschende Wahrheit enden, und so von andererSeite her als das Judenthum die Geister für die Annahme der christ-lichen Offenbarung vorbercitcn. Die Geschichte des im äußeren Daseinselbstständigen griechischen Lebens endet aber gleichzeitig mit der des persi-schen Reiches. Das hellcnisirte Reich der Macedonier leitet das Grie-chcnthnm in das Becken, welches die durch die Perserherrschaft zu einemStrome vereinten Strömungen der orientalischen Geschichte aufnimmtund das neue Strömungen gemischten Wassers in den hellenistischenNeichen entsendet. Ehe aber die Ergebnisse der griechischen und west-asiatischen Geschichte sich verschmelzen, zeigt sich schon eine solche Be-rührung beider Kreise, daß mit Rücksicht auf den endlichen Sieg desGricchenthnms die letzten Schicksale des Pcrscrreiches als die Schrittezu seiner Vernichtung durch die Griechen aufgcfaßt werden können undderen Darstellung sich episodisch in die griechische Geschichte einflech-ten läßt.

8. Die Geschichte der hellenistischen Königreiche, daneben die grie-chischen, sich mit den Bestrebungen jener Königreiche berührenden undkreuzenden Versuche zur Entwicklung eines neuen politischen Lebens, bil-den einen dritten an jene beiden ersten gemeinschaftlich sich anschließendenAbschnitt der vorchristlichen Geschichte. Die Grenzen des Schauplatzessind im Ganzen dieselben, wie sie für jene beiden Abschnitte zusammenwaren. Aber im Osten scheiden sich, indem der Hellenismus die orien-talische Weise nicht völlig zu überwältigen vermag, allmälig Länder ausdem Kreise aus, in welchem sich die auf die folgenden Zeiten fortwir-kenden Ereignisse und Zustände entwickeln und die Geschichte drängt sichnach Westen, wo der von den Kreisen des altgriechischen Lebens ferngebliebene Staat der Römer eine Ausdehnung gewinnt, die ihn mit den

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