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Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte.
griechischen und halbgriechischen Staaten dieses Zeitraumes in Berüh-rung bringt. Die Verflechtung der Geschicke dieser Staaten wird einemannigfachere, als bisher die größeren Staaten zeigten und auf keineneinzelnen Punkt zieht sich die bewegende Kraft zusammen. Dieser Um-stand, verbunden mit einer der griechischen Sitte und Sprache geworde-nen größeren Ausbreitung, schafft eine Art von Staatensystem, mit demauch die bedeutendste der dem alten Griechenland westwärts gelegenengriechischen Gründungen, der syrakusanische Staat, in Berührung zukommen nicht vermeiden kann. Alle Glieder dieses Systems enden mitdem Aufgehen in das römische Reich und ein gleiches Schicksal hat deraus dem semitischen Theile Asiens im Westen gepflanzte Staat von Car-thago, der einer Berührung mit jenem griechischen Staatensystem nurentgeht, um, während sein Mutterland aus persischen Händen in grie-chische und aus griechischen in römische übergeht, dem römischen Staateunmittelbar anheimzufallen. Auch die Geschichte der zu diesem Kreisegehörigen Staaten kann in ihren Ausläufen die Gestalt von Episodenderjenigen Geschichte, in welche sie ausläuft, der römischen, annehmen.Von dem Hellenismus berührt, bedroht, beeinträchtigt und so in seineGeschicke mit verflochten, aber nicht durch ihn vernichtet, wandelt dasVolk der Juden fort auf dem langen Wege des Kampfes mit den gegendasselbe andringenden heidnischen Jrrthümern, dem Wege der stufenweise»Vorbereitung auf eine lichtere Zukunft und vollendet sein Geschick erst inder römischen Zeit, nachdem es mit dem Hcidenthum in allen seinenFormen gerungen hat.
9. Es folgt als vierter Abschnitt die Geschichte der Römer, einemTheil der beiden ersten Abschnitte und dem ganzen dritten gleichzeitigund darüber hinausreichend bis zur Auflösung des römischen Reiches,welche zugleich der vorchristlichen und christlichen Geschichte angehört. Dergeschichtliche Schauplatz erreicht die weiteste Ausdehnung, die er in dervorchristlichen Zeit hatte. Gleichen Schöpfergeist, wie die Griechen imGebiete des Wissens und der Kunst besaßen, auf dem Gebiete des staat-lichen Lebens entwickelnd, erweitert sich die römische Stadtgemeindc zueinem Italien beherrschenden Volke, das darauf nicht allein die Gebieteder bisherigen geschichtlichen Völker, sondern auch Länder, die dadurcherst in den Bereich des geschichtlichen Lebens gezogen werden, unterwirft,ihnen seine Sprache und eine seit seinen Fortschritten im Osten untergriechischen Einflüssen ausgebildete Cultur mittheilt, ihre staatlichen Ver-hältnisse regelt und sie zu staatlichem Leben erzieht. Während also dieherrschenden Völker des Orients ihren Reichen nur eine äußere Einheitzu geben vermochten, in den Kreisen des griechischen Lebens aber nureine auf Gemeinschaft geistigen Besitzes beruhende Einheit Dauer gewann,gestaltete sich das römische Reich zu einer sowohl äußerlichen als inner-