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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte.

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Vedas, als Nachkommen einer früheren Bevölkerung gleich den schwarz-farbigen, von einer anderen, einer hamitischen Bevölkerung entsprossenen,noch tiefer an Recht und Ansehen stehenden Parias unterworfen wurden.Dieses Volk hat in den ungeheuren Werken seiner Baukunst und Skulp-tur geheimnißvoll redende Denkmäler seines religiösen Bewußtseinshinterlaffen. Seine Felsentempcl über und unter der Erde, wie sie sichauf den unweit Bombay gelegenen Inseln Elephanta und Salsette undbei dem unweit Aurungabav gelegenen Ellora finden, seine vielfach an-zutreffenden, in colossalen Massen aufgeführten Pagoden bezeugen seineHingebung an die nach seinem Glauben durch die ganze Natur verbrei-tete göttliche Macht. Die Bildwerke, mit welchen dieselben geziert sind,versuchen, ohne einem Gesetze der Schönheit zu dienen, die Verkörperungvon Ideen, die zu sehr dem Reiche des Gefühls und der Ahnung ange-hörcn, um in der Kunst einen Ausdruck finden zu können, der nichtdurch Vieldeutigkeit der gebrauchten Sinnbilder unverständlich würde.Wie individuelles Leben von der Religion nicht gestattet, von derKunst nicht dargestellt wurde, findet sich auch in der Literatur keinedie Thatsachen bestimmt in räumlicher und zeitlicher Begrenzung anf-fasscnde Ueberlieferung. Das Volk schrieb keine Geschichte, weil es keinehatte. Die vielen Reiche, in die es stets getheilt war, blieben in demendlosen Gewirre ihrer gegenseitigen Kämpfe eine nnterschiedlose Masse,aus welcher keine Kraft sich erhob, um Kräfte an sich zu ziehen und füreinen eigenthümlichen Zweck in Bewegung zu setzen. So liegt Indienaußerhalb der zusammenhängenden Weltgeschichte. Selbst die einzigegroße Bewegung, die von ihm auöging, die Entstehung, Verbreitungund Vertreibung des BuddhaiSmns, hat in der Erinnerung nicht solcheSpuren hinterlassen, daß ihre Wege zu verfolgen oder gar die einzelnenbewegenden Kräfte zu erkennen wären. Aus dem Schooße des Brah-manismus entwickelte sich bis zum sechsten Jahrhundert vor Christi Ge-burt eine Lehre, welche zum Behufe der Annäherung an Gott an die Stellebisherigen Versenkens des Einzellebens in die Natur ein durch Medi-tation zu gewinnendes Wissen und sittliche Vorschriften des Lebens zusetzen bemüht war. Die Verbreitung dieser Lehre gefährdete das ganzeindische Leben in seinen Grundlagen und bedrohte namentlich durch Ver-kündigung eines gleichen und einzig von heiligem Lebenswandel abhängi-gen Anrechtes Aller auf höhere Seligkeit die Kastenverfassnng mit Auf-lösung. Dadurch nöthigte sie die Vertreter der alten Ordnung zu einerGegenwehr, vor welcher sie aus Vorderindien wich, um sich über Cey-lon, Hinterindien, China, Tibet und Japan zu verbreiten. Ihre Schrif-ten sind in dem aus dem Sanskrit abgeleiteten Pali abgefaßt und derBegründer der neuen Ordnung wird Gautama, mit dem BeinamenBuddha oder der Weise, ein Königssohn aus Magadha, dem jetzigen