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Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte.
den. Das persische Reich hatte in der Zeit seiner größten Ausdehnungund Macht im nordwestlichsten Indien, in dem Pendschab oder derPentapotamie, eine seiner Provinzen. Der macedonische Eroberer be-trat dieselben Gegenden und hinterlicß sie als einen unsicher» Besitz fürkurze Zeit demjenigen der aus seiner Herrschaft hervorgegangenen Reiche,das die ursprünglichen Gebiete des Perservolkes in sich schloß. Alles diesesaber hatte weder auf die Inder noch auf die Volker des Westens einen nach-haltigen Einfluß und die geschichtliche Bedeutung Indiens beschränkt sich,von seiner Wichtigkeit für den Handel abgesehen, auf die Ausbeute, die esder Forschung über eine der ältesten Religionen und eine der ältestenSprachen gewährt. Es ist einerseits eine Quelle von Aufschlüssen überdie Wege, die der sich selbst überlassene Menschengeist, von Ahnungengeleitet, zur Herstellung des Verhältnisses zu -Gott einschlug und gibtZeugniß von der Verschlingung unvertilgbarer Erinnerungen aus derUrzeit und des bei verfehlter Benutzung derselben wuchernden Jrrthums.Es ist anderseits eine Quelle, aus welcher die Sprachkunde eine Füllevon Aufschlüssen über die ursprüngliche Einheit der Sprachen und überdie Wege, auf welchen ihre Trennung vor sich gegangen ist, erwartet,um damit sowohl manche Räthsel im Gebiete der allgemeinen Sprach-wissenschaft zu lösen, als auch einzelner Völker Sprachen und Stammes-verwandtschaft aufzuklären. Die Religion der Inder hat, als sie demAbendlande bekannt geworden, in der Trimurti, der Dreiheit des oberstenals Brahma, Wischnu und Siwa, oder als schaffende, befruchtende undzerstörende Gewalt gefaßten Gottes, in den Verkörperungen oder Inkar-nationen des Gottes, in dem asketischen Leben der Brahmanen oderder Priesterkaste für eine oberflächliche Betrachtung Aehnlichkeiten mitder christlichen Religion darzubieten geschienen, durch welche eine irreli-giöse Gesinnung verleitet wurde, das Wesen des Christenthums, als Aus-fluß der in einem gewissen Theil des Orients heimischen Nationalitätenerklären zu wollen. Man verkannte es, daß auffallende Aehnlichkeitenin der Form bei dem größten Abstande des Inhaltes möglich sind, daßüberall getrübte Nachklänge uralter Offenbarungen übrig geblieben sind,die als solche zu dem Christenthum eine Beziehung zeigen müssen, damit diesem alle Offenbarung übereinstimmt und auf dieses alle Offenba-rung hinweist. Die Forschungen in der indischen Sprache haben gelehrt,daß das durch die Kaste der Brahmanen und ein aus der Kaste derKrieger, den Kshatra, hervorgehendes Königthum beherrschte Volk, demals dritte Käste noch die Ackerbauer und Gewerbetreibenden, die Visas,angehören, von Nordwesten her in das Land gewandert ist und den öst-lichen Zweig des ursprünglich in den Quellgegenden des Orus heimi-schen Volkes der Arier bildet, dem die vierte Kaste des Landes, dieSudra, ausgeschlossen vom Lesen der ältesten Neligionsurkunden, der