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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte. 27

selbst die reiche Erbschaft einer im Laufe von Jahrhunderten erworbenenCultur an, um sich selbst damit zu durchdringen. In seine eigenen Ein-richtungen verwebt, hinterließ es dieselben als Erbschaft den Völkern,denen es in der Zeit des Uebergangs vom Hcidenthum zum Christenthumselbst zur Beute werden sollte, um nicht mit den Trümmern, in die esallmälig zerfiel, der Anpflanzung eines neuen Lebens hinderlich zu werden.Es war der Kreis der griechischen Bildung, in welchen das Nömerthumim Osten eindrang, um von derselben sich selber ebenso geistig über-winden zu lassen, wie es die Völker dieses Kreises hinsichtlich ihres leib-lichen Lebens sich unterwürsig gemacht hatte. So groß war aber dieMacht dieser griechischen Bildung, daß sie auch da, als ihr Gebiet demrömischen Reiche einvcrleibt war, ihre Herrschaft behauptete und denrömischen Geist sich nur in Verfassung und Gesetzgebung geltend machenließ. Demnach sind die Grundlagen der Gesittung, welche das Christen-thum bei den Bewohnern des römischen Reiches fand, theils römischer,theils griechischer Herkunft und beide Richtungen behalten daher für diechristliche Welt eine bleibende Bedeutung, da in ihnen einerseits derMcuschengeist seine Versuche, sich ohne Offenbarung zu läutern, erschöpfthatte und in ihnen anderseits dem Christenlhum die Anknüpfungspunktefür seine auf Erziehung der Menschheit gerichteten Bestrebungen gegebenwaren. Die griechische Bildung aber, deren die Nömerwelt durch ihreAusdehnung über die um das östliche Becken des Mittelmeeres gelegenenLänder theilhaftig ward, war schon eine abgeleitete, durch mancherleiVeränderungen hindurchgegangene und in einem Theile ihres Gebietesnicht einheimische. Sie hatte die Selbstständigkeit der griechischen Staa-ten überlebt und war als Erbschaft auf bas halbgriechische Volk derMacedonier, der Ueberwinder Griechenlands, übergcgangcn, durch welchesie nach Eroberung des persischen Reiches und Gründung griechischerHerrschaften in dessen Ländern, sich in diese Länder verpflanzte, ohnejedoch die Bevölkerungen derselben, die auch ihrerseits durch eigenthüm-lichen Gang ihrer Geschichte ein festes Gepräge gewonnen hatten unddasselbe der geringen Zahl der eingewanderten Sieger gegenüber leichtbewahrten, durchdringen zu können. Mit Ausnahme von Griechenland,wo sie entsprossen war, und von Makedonien und einem Theile Klein-asiens, wo griechischer Einfluß schon lauge ihrem Eindringen vorgear-beitet hatte, befestigte sie sich dauernd nur da, wo das staatliche Lebenseinen Stütz- und Mittelpunkt hatte und gewann nur diejenigen Theileder Bevölkerung, welche, durch geistige Thätigkeit über nationale Be-schränkung erhoben, sich der überlegenen Macht des in einer Reihe dermannigfaltigsten Bestrebungen gereiften griechischen Geistes unter-warfen.