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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
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26 Gang und Gliederung der vorchristlichen Geschichte.

thume dieses Bolk da durch den ungestörten Zusammenhang, in welchemsich, während neben ihm Völker und Reiche erstehen und versinken, seineGeschicke entwickeln, ohne daß die Wogen der Völkerbewegungen cs über-fluten können, bis es seinen von keinem der übrigen Völker geahntenBerns erfüllt hat. Der andere Weg führt nur stufenweise und überdie Trümmer von Völkern und Staaten hinweg der Vorzeit zu. AlsdaS Christenthum die Welt zu erobern anfing, waren- alle die Länder,in welchen im Laufe der Geschichte gebildete Völker gewohnt hatten,mit vielen andern, deren Bevölkerung an den geschichtlichen Ereignissenbisher nur einen passiven Antheil genommen hatte, Theile des römischenReiches. Diese Länder umgeben das mittelländische Meer, auf dem dieCnltur von Osten nach Westen gewandert ist, an allen seinen Seiten,bald mehr, bald weniger tief in das Innere der drei Erdtheile hinein-reichend. Im Süden bilden der Atlas und die Wüste eine natürliche'Grenze, bis weiter östlich die Cnltur am Nil hinauf sich tief in's Landerstreckt. Nach Norden ziehen sich die Länder des Römerreichs in das Ge-biet des Oceans hinein und haben weiter östlich den Rhein und dieDonau zur Grenze, über welche zeitweilig das Nömergebiet auf einzelnenStrichen noch hinübergreift. Im Osten erreichte die Römerherrschastdie Wüsten des nördlichen Arabiens und den Tigris, den sie zuweilenüberschritt, um sich bis an die südwestlichen Gestade des kaspischen Mee-res auszudehnen. Hinsichtlich der Dauer, welche die Cnltur in ihnengehabt, sind diese Länder von ungleichem Alter in der Geschichte. Umdie ganze westliche Hälfte des Beckenö des Mittelmecres haben, zer-streute Ansiedlungen aus dem Osten abgerechnet, erst die Römer vonder Westküste Italiens aus daS geschichtliche Leben angefacht und dasGebäude ihrer Macht ruht hier nicht auf solchen älteren Völkern, vonderen Cultur in Bestandtheilen späterer Cultur Nachwirkungen aufzu-zeigen wären. Eine theilweise Ausnahme macht der karthagische Staat,der, wie er mit einer seiner Küsten dem östlichen und mit der anderndem westlichen Becken angehört, durch seinen Ursprung nach Osten sieht,aber durch die Richtung seiner Thätigkeit nach Westen gezogen ist undin dieser Richtung sein Schicksal erfüllt. Hat dieser Staat auch nachseinem Untergange nicht in Bestrebungen späterer Völker fortgelebt, sohat er in seinem Gebiete doch die Grundlagen der Civilisation gelegt,auf welche der römische Staat weiter baute. Anders sind die Verhält-nisse der Länder um das östliche Becken des Mittelmeeres. Hat dasrömische Reich jene westlichen und nordwestlichen Völker zuerst in denKreis des höheren Lebens eingeführt und ihre Länder für das Christen-thum und die in dessen Gefolge wandelnde Cultur, einige freilich nurfür kurze Zeit geöffnet, so begegnete es im Osten Völkern, die schoneine lange und reichhaltige Geschichte hinter sich hatten, und trat da-