Urgeschichte.
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schlcuderung geretteter oder erworbener Güter zu wehren, band man alleNachkommen der ursprünglichen priesterlichen Classe an Amt, Thätigkeit undLebensweise der Väter, und die Bedeutsamkeit ihres Berufs setzte sie inden Genuß von Vorrechten, die ihnen die Sorge für Erhaltung des Ge-meinwesens zugleich zu einer Sorge um das eigne Dasein machte.War somit die Erhaltung der Religion ihre Aufgabe, so war auch derenfortschreitende Verzerrung ihr Werk, ohne daß man eine vom Stand-punkte des eigenen Vortheils geübte Täuschung als alleinige hierbeiwirksame Kraft anzusehen hätte. Alle Kastenstaaten hatten zugleich Kö-nige, se nachdem vorhergegangene Ereignisse oder das Verhältniß desVolkes nach Außen cs mit sich brachten, aus der Priester- oder Krieger-kaste, aber der König, so lange die Kastenverfassung ungestört bestand,jedenfalls durch die Priesterkaste berufen und geleitet, hatte ack dieser dasGegengewicht, wodurch die Ausartung seiner Herrschaft in Despotieverhindert wurde. Dasselbe Bedürfniß, die festgestellten Formen desLebens zu sichern, welches die Priesterkaste geschaffen hatte, gab auchdem übrigen Volke eine kastenmäßige Gliederung. Das Beharren beider geordneten Lebensweise war an die Bedingung geknüpft, daß keineder Lebensbeschäftigungen ein Uebcrgewicht erlangte und die Erhaltungdes angemessenen Verhältnisses beruhte auf der Geschlossenheit der Kasten,welche allen Söhnen das Geschäft der Väter anwies und nur mitunterin zwingenden Fällen eine Abweichung gestatten mochte. Der Anblickder Nomadenvölker, die in nicht zu weiter Ferne schweiften, die Leich-tigkeit der Auswanderung in minder bevölkerte Gegenden, waren in Ver-bindung mit dem Reize der Ungebundenheit, den das Wander- und Kriegs-leben gewährt, eine stets bereite Versuchung, welche der auf Ackerbaugegründeten Ordnung drohte. Dieses erforderte strenge Formen desVerbandes, die ungeachtet ihrer ursprünglichen Naturgemäßheit im Laufeder Zeit erstarrend wirkten, aber nicht immer zu Gunsten höherer Ent-wicklung gesprengt wurden, an deren Stelle sich vielmehr bald Despo-tismus, bald Verwilderung setzte. In ihrem Jugendalter hatten dieVölker an der Kastenverfassung gewiß eine Schutzmauer für die Civili-sation und folglich auch für die Cultur. Selbst die Verachtung derniederen Kasten ist auf das Bewußtsein des Gegensatzes zu roherenVölkern, denen jene Kasten gleich oder nahe standen, zurückzuführen.
17. So liegt zu der Zeit, wo einzelne Völker aus den dunklenZeiten der Urgeschichte hervvrtreten, in deren Zuständen schon eineMenge von Ergebnissen vorangegangener Begebenheiten vor. Geradedaß Völker bis zu solchen Zuständen gediehen waren, hat sie Gegen-stand der Geschichte werden lassen, denn wenn ein Volk auch durch dieNachrichten, welche Seitens anderer Völker über dasselbe gegeben werden,in die Geschichte eingeführt wird, so erhält cs für die Dauer einen