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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Urgeschichte.

Platz in derselben doch nur durch die von ihm mitgebrachte Befähigung,während es in Ermangelung der erforderlichen Befähigung nur vorüber-gehende Erwähnung findet. Auch liefert ein für längere Zeit und zu ent-scheidender Einwirkung auf andere Völker in den Kreis der Geschichte tre-tendes Volk entweder mittelbar oder unmittelbar bedeutende Beiträgezu seiner eigenthümlichen Geschichte. Unter den geschilderten Voraus-setzungen findet sich bei einem Volke auch die Neigung zum Rückblicke indie Vergangenheit und zur Erhaltung der ihm zu Gebote stehenden Er-innerungen, die entweder durch seine eigenen Aufzeichnungen und Denk-mäler auf die Nachwelt kommen oder aus solchen in die Berichte ande-rer Völker übergehen. Doch wird es in der Regel anfangs nur voneinem Dämmerlichte erhellt, indem außer der Unvollständigkeit und Un-sicherheit, welche dem ursprünglich nur durch mündliche UeberlieferungFortgepflanzten anhaftet, eine das Geschehene bald umgestaltendc baldzusammenziehende oder erweiternde Einbildungskraft Bilder des Ver-gangenen entwirft, in welchen die einzelnen Gestalten nicht genaue Ab-drücke der Wirklichkeit sind. So eröffnet sich die Geschichte der Völkermit einer unabsichtlichen und unwillkührlichen Dichtung, die in ihren Er-zeugnissen, den Mythen, mehr Gesammtergebnisse und Gesammteindrücke,als einzelne Handlungen überliefert und durch die Beschaffenheit ihresStoffes ein Fortbilden während der Ueberlieferung gestattet. Die Um-gestaltungen der Begebenheiten erfolgen durch die veränderte Rolle,welche die einzelnen Theile derselben nach Maßgabe des späteren Stand-punktes spielen, durch eine mit dem Thatbcstande nicht übereinstimmendeHervorhebung oder Zurückdrängung, sowie durch Verknüpfung von ur-sprünglich Getrenntem und Sonderung von ursprünglich Verbundenem.Verengung tritt ein, indem räumlich oder zeitlich Geschiedenes in einenRaum oder eine Zeit zusammengerückt, verschiedenen Personen Ange-höriges auf eine übertragen wird, wobei Gruppen und Massen wirken-der Kräfte sich als Einzelwesen darstellen. Erweitert wird durch dieAusdehnung einer Begebenheit über größere Schauplätze und Herein-ziehung von Personen und Gruppen in den Bereich des Geschehenenoder seiner Wirkungen. Bei allen Veränderungen aber, die die That-sache bei ihrem Uebergange in den Mythus erleidet, sind Anschauungs-,Empfindungö- und Denkweise der Geschlechter, welche die Ueberlieferungweiter leiten, vorzugsweise thätig und die Veränderungen in der Dar-stellung des Geschehenen rühren großentheils her von dem Erlöschendes Andenkens an Veränderungen, die in den Zuständen eingetretensind. Was in den Mythen oft die Losschälung des geschichtlichen Kernesnoch besonders erschwert, ist die Einmischung der Götterwelt. Außerdemdaß Vermuthung oder alte Kunde von der Schöpfung und großen Na-turereignissen sich in das Gewand von Göttergeschichten kleidete und