Urgeschichte.
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standes, das Verlangen, Mangel anderweitigen Gewinnes durch Behand-lung der Gefangenen als einer Waare zu ersetzen, trieb dazu, sie alsSklaven selbst zu benutzen oder aus ihrem Verkaufe den Preis desSieges zu gewinnen. Vor Allen wurden die Gefangenen der an Ge-sittung tiefer stehenden Völker zu diesem Loose verurtheilt, ja in un-wirthbaren Ländern wurde auf Menschen Jagd gemacht, damit der ein-trägliche Handel mit Sklaven sich erhielte und ausdehnte.
15. Von anderer Art, aber gleichfalls durch Krieg und Eroberungbegründet, war die Ungleichheit der Angehörigen eines Staates hinsicht-lich des Antheils an Entscheidung der gemeinsamen Angelegenheiten.Wo ein Stamm sich durch Aufnahme von fremden erweiterte, wurdenicht immer denselben gestattet, in das Verhältniß einzutreten, in welchemdie Glieder des ursprünglichen Stammes der Gesammtheit gegenüberstanden. Ost war der Genuß des rechtlichen Schutzes das Einzige, waszugestanden wurde, so daß nicht allein ein Gegensatz von Freien undSklaven stattfand, sondern auch die Freien sich in Freie von mehrerenund minderen Rechten schieden. Im größten Umfange gestaltete sichdieses Verhältniß, wo die Bevölkerung eines Landes mit einer siegreicheingedrungenen fremden ihren Wohnplatz zu theilen gezwungen wurde.Geschah schon diese Theilung oft in einem den Siegern vorwiegendgünstigen Verhältnisse, so mußten sich die Besiegten noch dazu des Rech-tes aus Mitwirkung bei allen das Gemeinwesen betreffenden Anordnun-gen begeben. Meistens war es eine Mehrzahl, welche in dieser Weiseihren Ueberwindern gegenüber zu einer minderen Geltung und Berechti-gung hcrabsank und in diesem Umstande findet die Bereitwilligkeit derSieger, von dem durch die Waffen errungenen Vortheile einen mäßi-gen Gebrauch zu machen, sowie ein allmäliges Uebergehen von Ge-wohnheiten, Einrichtungen und Sprache der Besiegten auf die Siegereine theilweise Erklärung, während diese Erscheinungen auch durch Mildedes Sinnes und Empfänglichkeit für eine bei den Besiegten Vorgefundenehöhere Bildung gefördert wurden. Von Bedeutung für die Art, wiesich aus zwei Gemeinwesen ein neues entwickelte, dem das der Siegerseine Formen gab, war das größere oder geringere Bemühen der Sie-ger, eine Scheidung zwischen sich und den Unterworfenen zu erhalten.In manchen Fällen verschmolzen zwei Völker in der Art zu einem einzigen,daß die Geschichte durch Beilegung eines gemeinschaftlichen Namensdie Erinnerung an die Ereignisse, durch welche sich dasselbe gebildet,verwischt hat und bei vielen Völkern, die mit zwei verschiedenen Namenin den Nachrichten der Geschichte erscheinen, ist diese Doppelheit desNamens ein Zcugniß für das Dasein ursprünglich getrennter Bestandtheile.
16. Eine andere bei manchen alten Völkern wahrgenommene Tren-nung hat die Verschiedenheit der Lebensbeschäftigungen zur Grundlage.
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