Urgeschichte.
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drei Bedingungen waren wirksam vor der Zeit, in welcher die Ge-schichte die genannten Völker zn beleuchten beginnt. Sie haben denSemiten die Fähigkeit raschen Eingreifens und strengen Festhaltens ge-geben und ihnen den Beruf angewiesen, religiöse Ueberzeugnngen ingroßen Umrissen, wie Ln mächtigen Bildern, zu bewahren und der Wan-delbarkeit der Individuen gegenüber dem Gesammtbewußtsein einenüberwältigenden Nachdruck zu verleihen. Sie haben in den Jndoger-manen Sinnen und Forschen geweckt und das Geschick der mannigfaltigstenAusprägung des Gedachten und Erfahrenen erzogen, wodurch die euro-päischen Glieder dieser Familie, die sich unter den Einflüssen wechselrciche-rer Ländcrverhältnisse von der einförmigen Herrschaft einer übermächti-gen Natur befreiten, aufgenommene Ideen bis in ihre einzelnsten Er-gebnisse hinein auszubilden und die religiösen Begriffe mit allem Er-kannten in Verbindung zu setzen und wirksam zu verbreiten fähig wur-den. Diese, auch in den Gegensätzen der beiderseitigen Sprachen aus-geprägte Verschiedenartigkeit der Begabung und der Bestimmung gibtvon Anfang an für die Geschichte einen europäischen Standpunkt, indemsic das in Asien Geschehene mit Rücksicht auf dessen in Europa fortge-leitete Entwicklung zu bewachten heißt und in dem Maße, wie dieseEntwicklung fortschreitet, das Leben Asiens in den Hintergrund tretenläßt, um in demselben theils Gegenbilder für europäisches Leben, thcilöAufgaben für europäische Thätigkeit zu erhalten.
11. I" der Zeit von dem durch die heilige Schrift geschildertenUrzustände bis dahin, wo die Geschichte das über die Völker gebreiteteDunkel zu lichten sich anschickt, hat die Menschheit im Ganzen in Folgedes Sündensalles mit ihrem Erkennen und Wollen von dem Schöpfersich weiter und weiter bis zu dein Zustande entfernt, den man mit demNamen des Heidenthums bezeichnet. Mit der fortschreitenden Trennungder Stämme hatte sich der Blick räumlich wie zeitlich beschränkt. Er-reichte nicht mehr bis zu der Zeit, wo Gott die Erziehung der Menschenbegonnen, zurück und erkannte nicht über den Kreis geschlossenen Volks-thums hinaus die Menschen als die gleichen Söhne eines Vaters.So wurde der Maßstab des Denkens und Handelns unter dem Ein-flüsse abgeleiteter und unverständlicher Zustände gebildet und Besonderesmit Allgemeinem, Zufälliges mit Wesentlichem verwechselt. Hierdurcherhielt das Verhältniß der Menschen zu Gott und zn einander in derAuffassung die Gestalt, die von mehreren Sprachen des Alterthnms alsdie der Völker bezeichnet worden ist. Da religiöse Anlage und religiö-ses Bednrfniß eine ursprüngliche Mitgift des Menschen waren und eineErinnerung an den ursprünglichen Zustand bei den minder tief gesunke-nen Stämmen nicht erlosch, wurde vieles jener Erinnerung Angehörige,wenn auch in Verzerrungen, fcstgehalten und Gott in der umgebenden,