Druckschrift 
1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

Urgeschichte.

13

förderten Glieder der Menschheit, welchen die Kaukasier die ihnen zuTheil gewordenen Gitter zu übertragen den Beruf haben. Sofern aberdiese Mitwirkung der höheren Völker zur Erhebung der niederen nurdie Erkenntniß Gottes und der eignen Bestimmung zum Endzwecke hat,ist der Weg schon bezeichnet, auf welchem die Geschichte als die Ge-sammtheit des für die höchsten Zwecke der Menschheit Geschehenen sichin die kommende Zeit zu verlängern hat, und sowie die Natur denMenschen als Bewohner eines Sternes unter zahllosen Sternen unend-lich klein erscheinen läßt, zeigt ihn die Geschichte groß und erhaben imLichte eines heiligen Berufes. Nur der Zusammenhang zwischen jenerAbstufung und der von Noahs Söhnen ausgehenden Theilung läßt sicherkennen, weil die von Cham abstammenden Negervölker nach dem siebelastenden Fluche für lange Zeit das Geschick der Unwissenheit undRohheit tragen, in dem kaukasischen Stamme dagegen semitische undjaphetitische Glieder es sind, an welchen sich zunächst die von Gott nachder Bestrafung Adams gegebene Verheißung verwirklicht, indem ineinem semitischen Volke sich die Vorbereitung vollzieht und, da diesesdas Heil nicht erkannt, nach dem zu Noah gesprochenen Worte Ja-phetiten in den Hütten Sems zu wohnen kommen.

9. Von den kaukasischen Völkern ist eine große Zahl zu zwei ander Sprache erkannten Familien vereinigt. Die eine ist die semitische,nicht so genannt als ob sie sämmtliche von Sem abstammende Völkerumfaßte, sondern nur weil zwei Völker dieser Familie zu den in derBibel ausdrücklich von Sem hergeleiteten gehören. Diese Völker habenmittelst eines Zurückdrängens der Chamiten den Südwesten Asiens vomsüdwestlichen Fuße des vorderasiatischen Hochlandes bis an das mittel-ländische Meer zwischen Kleinasicn und Aegypten und tief nach Klein-asien und Arabien hinein in Besitz genommen und sich bis nach Afrikahinüber mit einem Zweige erstreckt, der an äußerer Bildung den äthio-pischen Völkern ähnlich geworden ist und unter denselben in seiner vor-zugsweise äthiopisch genannten Sprache das Zeugniß semitischer Abkunftbewahrt hat. Die andere Familie erstreckt sich von den Ufern des Gan-ges und der Insel Ceylon mit einer großen Unterbrechung nach Westenund Nordwesten bis nach Island hin und wird nach den Indernund Germanen, ihren äußersten Gliedern, die indo-germanische genannt.Zu ihr gehören in Asien die indischen Völker auf Dekan und Ceylonsowie am Ganges und Indus, deren älteste Sprache das Sanskrit ist,und auf dem Hochlande Iran und den umgebenden Gebirgsländern diearischen oder iranischen Völker, deren eines in der Zendsprache einDenkmal früh fortgeschrittener Bildung hinterlassen hat. Ihre Reihesetzt sich erst in Europa fort, wo von den zehn Hauptvölkern, welchendie europäischen Nationen entstammen, sechs: die Griechen, die latinischen